Gipf-Oberfrick
Der organische Kreislauf schliesst sich

Die Gemeinde Gipf-Oberfrick möchte das Angebot der Grüngutentsorgung erweitern und Haushalt- und Gartenabfälle einsammeln. Die Abfälle sollen dann in die Kompostier-Anlage nach Klingnau abgeführt werden.

Annemarie Schläpfer
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Eindrückliche Demonstration des «Holsystems» durch die Firma Pfister, Bözen sag

Eindrückliche Demonstration des «Holsystems» durch die Firma Pfister, Bözen sag

Trotz strahlendem Frühlingswetter liessen sich zahlreiche Interessierte am Wochenende von ihrer Gartenarbeit weglocken, um an der Informationsveranstaltung der Gemeinde teilzunehmen. Ein Fachmann von der Häfeli-Brügger AG Klingnau gab Auskunft über ein wichtiges ökologisches Thema, der Vergärung biogener Abfälle, aus der Kompogas und elektrische Energie generiert werden.

Verbrannt oder deponiert

Früher wurden Grünschnitt, Garten- oder Küchenabfälle einfach verbrannt oder deponiert. Zum Glück ist dies heute immer weniger der Fall, aber trotzdem besteht der private Hausmüll zu rund einem Drittel aus Bioabfällen.

Genau diese Abfälle können erneuerbare Energie und nährstoffreichen Dünger liefern, wenn sie nicht einfach weggeworfen, sondern vergärt werden. Wie das geschieht, wurde dem Publikum mit einem Film eindrücklich gezeigt: Die Biomasse wird in der Kompogas Bioriko AG in einen riesigen Fermenter geführt, in welchem sie während 14 Tagen in ständiger Bewegung bei 55 Grad Wärme CO2-neutral vergast.

Was daraus entsteht, ist eindrücklich: Aus einer Tonne Bioabfall entstehen ungefähr 600 kWh Strom oder werden etwa 60 Liter Erdöl ersetzt. Bereits jetzt verwertet die Firma in Klingnau jährlich 20000 Tonnen Grüngut. In Gipf-Oberfrick kann man das Grüngut bis zu einer vorgegebenen Menge in der betreuten Sammelstelle Moosmatt entsorgen.

Prinzip «Holsystem»

Das zusätzliche Angebot ist ein so genanntes «Holsystem»: Die biogenen Abfälle werden von der Firma Pfister AG, Bözen, eingesammelt und nach Klingnau geführt. Wie das funktioniert, führte Firmeninhaber Pfister im zweiten Teil der Veranstaltung praktisch vor.

Im Gegensatz zur kostenlosen Abgabe in der Sammelstelle Moosmatt ist die Hausabfuhr kostenpflichtig und wird den Verursachern von der Transportfirma halbjährlich in Rechnung gestellt. Die Bioabfälle müssen in einem normierten Sammelbehälter an die Strasse gestellt werden.

Genaue Angaben über die Grüngut-Hausabfuhr wurden den Bewohnern von Gipf-Oberfrick mit einem Anmeldetalon vorgängig zu der Infoveranstaltung per Post zugestellt.