Möhlin
Der neue Schulleiter geht schon wieder

Ein Jahr nach seinem Amtsantritt reicht Renato Burget seine Kündigung als Gesamtschulleiter ein. Grund sind die Massnahmen der Schulevaluation.

Nadine Böni
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Im Februar 2015 hat Renato Burget (l.) – hier bei der Begrüssung durch Schulpflegepräsident Stephan Müller – in Möhlin die Stelle des Gesamtschulleiters. Ende Monat verlässt er die Schule bereits wieder. Ein Nachfolger wird nun gesucht. archiv

Im Februar 2015 hat Renato Burget (l.) – hier bei der Begrüssung durch Schulpflegepräsident Stephan Müller – in Möhlin die Stelle des Gesamtschulleiters. Ende Monat verlässt er die Schule bereits wieder. Ein Nachfolger wird nun gesucht. archiv

Er wolle der Schule wieder ein Dach geben, sagte Renato Burget im Mai 2015. Damals war er genau drei Monate als Gesamtschulleiter von Möhlin im Amt. Und er wollte Ordnung schaffen in der Schule, die wegen Streitereien in der Schulpflege und plötzlichen Abgängen von Schulleitern in die Schlagzeilen geraten war. Jetzt, knapp acht Monate später, geht der vermeintliche Baumeister des neuen Dachs wieder.

Zusätzlicher Arbeitsaufwand

«Der Gesamtschulleiter Renato Burget hat seine Kündigung eingereicht und wird die Schule per 30. April 2016 verlassen», heisst es in einer am Montag verschickten Mitteilung der Schule. Als Grund wird darin der «Prozess der Organisationsentwicklung» genannt, in dem die Schule stecke.

Um zu erklären, was damit gemeint ist, muss Schulpflegepräsident Stephan Müller etwas ausholen. Er verweist auf die externe Schulevaluation vom vergangenen Sommer. Da kassierte die Schule zwei rote Ampeln – in den Bereichen Schulführung und Qualitätsmanagement. Daraufhin erarbeitete die Schule mit dem Inspektorat des kantonalen Departements für Bildung, Kultur und Sport (BKS) einen «umfangreichen Massnahmenplan», wie Müller sagt. «Die Umsetzung bedeutet ein grosser zusätzlicher Aufwand zum Tagesgeschäft.»

Ein Aufwand, der sich mit dem Wunsch Burgets, Teilzeit zu arbeiten, nicht vereinbaren liess. Das Pensum des Gesamtschulleiters beträgt 70 Prozent. «Für einen normalen Betrieb der Schule reicht dies. Aber mit der Umsetzung des Massnahmenkatalogs sowie der ständigen Veränderung der Schullandschaft geht das langfristig nicht», so Müller. Im vergangenen Jahr bewilligte der Gemeinderat daher einen zusätzlichen Stundenpool für die Schulleitung und nun berät er auf Antrag der Schulpflege darüber, ob das Pensum dauerhaft auf 100 Prozent erhöht wird.

Schnelle Suche nach Nachfolger

«Wir sind Renato Burget dankbar, dass er so früh etwas gesagt hat», sagt Müller. «So werden wir im Prozess, den Massnahmenplan umzusetzen, kaum zurückgeworfen. Wir sind noch ganz am Anfang und müssen nicht mittendrin von vorne anfangen.»

Die Stelle des Gesamtschulleiters wird nun umgehend ausgeschrieben. Ab Mai übernimmt Philipp Iten (Schulleiter der Bezirksschule) interimistisch den Posten. Er wird ausserdem per sofort die Personalführung und weitere Aufgaben erledigen. Es sei das Ziel, die Stelle möglichst rasch definitiv zu besetzen, sagt Müller. «Es wird sicher nicht einfach, einen Nachfolger zu finden.» Trotzdem betont Müller auch, dass man keinen Kompromiss wolle, nur um die Stelle zu besetzen. «Der neue Gesamtschulleiter muss zur Schule passen.» Und er soll ihr wohl auch ein neues Dach bauen.

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