Schupfart
Der neue Pachtvertrag verbietet eine Befestigung der Piste

Die Gemeinde Schupfart stellte den neuen Pachtvertrag mit dem Aero-Club anlässlich einer Orientierungsversammlung vor. Eine Befestigung der Piste ist darin untersagt.

Hans Christof Wagner
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Hoffen bei der Sommergmeind auf Zustimmung zum neuen Flugplatz-Pachtvertrag (v.l.): Gemeinderat René Heiz, Aero-Club-Präsident Roger Stieger und Gemeindeammann Bernhard Horlacher. hcw

Hoffen bei der Sommergmeind auf Zustimmung zum neuen Flugplatz-Pachtvertrag (v.l.): Gemeinderat René Heiz, Aero-Club-Präsident Roger Stieger und Gemeindeammann Bernhard Horlacher. hcw

Hans Christof Wagner

«Der verpachtete Boden darf nur als reine, natürliche Graspiste genutzt werden. Diese darf gewalzt werden, jedoch ist jede Stabilisierung, welche die Verbesserung der Tragfähigkeit zum Ziel hat, untersagt.» Mit dieser Formulierung ist wohl der im Vorfeld strittigste Punkt im neuen Flugplatz-Pachtvertrag entschärft worden.

In einer früheren Version vom Herbst 2013 war das nicht so klar definiert. Seinerzeit stand die Befürchtung im Raum, es könne in Schupfart eine befestigte Piste kommen und mit ihr Starts und Landungen grösserer und lauterer Flugzeuge.

Vertrag kommt an die Gmeind

«Das wird nicht passieren», sagte Gemeinderat René Heiz am Freitagabend im Vereinszimmer der Turnhalle. Er erläuterte vor rund 50 Zuhörern den Pachtvertrag, der zum 1. Januar 2015 in Kraft treten und 25 Jahre gelten soll. Voraussetzung dafür ist, dass die Sommergmeind am 27. Juni ihre Zustimmung dazu gibt.

Der neue Vertrag sieht eine zusätzliche Gebühr vor, die sich nach dem von den Flugzeugen ausgehenden Lärmpegel richtet. Damit soll der Betrieb leiser Maschinen honoriert werden. Unterm Strich hofft die Gemeinde auf Mehreinnahmen gegenüber dem noch bestehenden Vertrag aus dem Jahr 1994, der eine solche Lärmgebühr nicht enthält.

Überwies der Aero-Club bislang pro Jahr rund 33 000 Franken (Pachtzins und Einnahmen für die jährlich rund 15 000 Flugbewegungen) könnten es mit dem neuen Gebührenmodell 39 000 Franken werden. Und das bei einem auf 16 000 Franken reduzierten Pachtzins. Auch Roger Stieger, Präsident des Aero-Clubs, warb am Freitag um Zustimmung zum neuen Regelwerk. Vom Weiterbetrieb des Flugplatzes hingen zwei Vollzeit- und fünf Teilzeitstellen sowie das Restaurant Airpick ab. Das Areal sei zudem ein beliebtes Ausflugsziel im Fricktal. «Wir möchten ein gutes Verhältnis zu den umliegenden Gemeinden», betonte Stieger. Der Club habe schon ein besonders leises Schulflugzeug angeschafft. Andere Maschinen würden mittels Schalldämpfern und neuen Propellern ebenfalls leiser. Der Start von Segelfliegern mittels Winde solle forciert werden.

In der Diskussion gab es Zustimmung aber auch kritische Stimmen. Jemand bezweifelte die von der Gemeinde erwarteten Mehreinnahmen. Andere beschäftigte die Frage, was der Flugplatzbetrieb ausser Pachtzins und Gebühren der Gemeinde sonst noch einbringe. Manche gaben zu bedenken, dass Schupfart nach einer möglichen Fusion mit anderen Gemeinden nicht mehr in der Lage sei, alleine über den Flugplatzbetrieb zu bestimmen.

Anbau an die Turnhalle

Über die Sanierung der Schupfarter Turnhalle informierte Architekt Hansjörg Steck. Kernstück des zweigeschossigen Anbaus ist eine moderne Küche, welche die vorhandene ablösen soll. Daraus soll ein Lagerraum für Vereine werden. Behinderten-WC im Erdgeschoss, erweiterte Damentoiletten im Untergeschoss, zusätzliche Fluchttüren, neue Bühnentechnik, energetische Sanierung – das sind die Eckpunkte eines Projekts, dessen Kosten Steck am Freitagabend noch nicht nannte. Sie sollen an der Sommergmeind präsentiert werden.

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