Möhlin
Der neue Mehler Mittelpunkt wiegt 1,2 Tonnen

Die Ortsbürgergemeinde präsentiert am Mittwochmorgen den neuen Mittelpunktstein mit Orientierungstafel. Dabei auch Max Mahrer. Er hatte bereits vor 16 Jahren recherchiert, wo der geografische Mittelpunkt von Möhlin liegt.

Nadine Böni
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Max Mahrer zeigt den neuen Stein mit Orientierungstafel. Nadine Böni

Max Mahrer zeigt den neuen Stein mit Orientierungstafel. Nadine Böni

Nadine Böni

Vielleicht spürten sie einfach nur den Frühling. Vielleicht aber freuten sie sich auch über den neuen prominenten Nachbarn. Die Pferde auf dem Nusshof in Möhlin wieherten und galoppierten jedenfalls wild über ihre Weide, als gleich nebenan der neue Mittelpunktstein Möhlins eingeweiht wurde.

Ein verborgenes Dorf

«Es ist eine Gabe, schlicht zu sein, es ist eine Gabe, frei zu sein. Es ist eine Gabe, an den Platz zu kommen, wohin man gehört.» Mit diesem Zitat aus einem alten Lied des amerikanischen Autoren Joseph Brackett eröffnete Max Mahrer die Einweihung des Mittelpunktsteins. «Und wenn wir uns am richtigen Platz finden, wird es im Tal der Liebe und Glückseligkeit sein.»

Die Beschreibung könne durchaus zutreffen auf diesen idyllischen Ort, oberhalb der Langen Höhle im Gebiet «Höllste». Hier, wo der Blick zwar bis zum Sonnenberg und hinüber in den Schwarzwald reicht, aber das Dorf Möhlin weitgehend verborgen bleibt, liegt der geografische Mittelpunkt von Möhlin.

Bereits vor 16 Jahren hatte Max Mahrer, bekannt auch als Vater des Fricktaler Höhenwegs, beim eidgenössischen Vermessungsamt recherchiert, wo der Mittelpunkt der Gemeinde liegt. Kurz zuvor waren nach dem Mittelpunkt der Schweiz auch jene des Aargaus und des Fricktals bestimmt worden. «Da war es naheliegend, dass mich auch der Mittelpunkt unseres Dorfes interessierte», so Mahrer.

Ein Geburtstagsgeschenk

Anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums der Helvetik sowie des 150-Jahr-Jubiläums der Schweizer Bundesverfassung wurde der Mittelpunktstein in Möhlin 1998 eingeweiht. Der Stein allerdings «war gar nichts Schönes», wie Mahrer heute sagt. Wind und Wetter sorgten in den vergangenen Jahren dafür, dass der Stein nicht unbedingt ansehnlicher wurde.

Mahrer sah deshalb den Zeitpunkt gekommen, ihn zu ersetzen. Und was wäre da ein besserer Anlass, als das 100 Jahre-Jubiläum der Ortsbürgergemeinde Möhlin? Die Ortsbürger finanzierten den neuen Stein. 1,2 Tonnen wiegt er und ist aus Schwarzwälder Granit.

Sogar Gemeinderätin Bernadette Kern konnte «neidlos anerkennen, dass der Stein gewaltig ist, im Gegensatz zu seinem Vorgänger.»

Sie freute sich über das neue Ausflugsziel: «Hier ist ein Ort für die Mehler Bevölkerung, wo sie schlicht sich selber sein und gleichzeitig im Mittelpunkt stehen können.»

Auf dem rötlichen Stein ist eine neue Orientierungstafel montiert. Darauf sind nicht nur die Koordinaten des Mittelpunkts festgehalten. Auch einige wichtige Kennzahlen der Gemeinde finden Platz: etwa die erstmalige geschichtliche Erwähnung Möhlin im Jahr 794 oder die Gesamtfläche von 1883 Hektaren.