Laufenburg
Der Narrenpolizist hatte Hexen und Indianer im Griff

Gute Miene trotz lausigem Wetter machten am Sonntag rund 40 närrische Gruppen am grenzüberschreitenden Umzug in Laufenburg. Auch das Publikum nahms gelassen.

Peter Schütz
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Fasnacht Laufenburg
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Wie ein gelb-grünes Meer war die Chrutschlämpezunft aus Rüsswihl.
Schaurig, aber nicht unbedingt schön war dieses Wesen.
Narrenpolizist Markus Fühner führte den Umzug lautstark an.
Gut gelaunt war die Burgmattschule unterwegs.
Etwas Süsses für das Kind.
Gleich gibt es Konfetti vom Höllenknecht.
Aus dem Schwarzwald kam diese Maske.
Der Blick in den Himmel dieses Zunftbruders half nichts. Es regnete am gestrigen Umzug.
Die Prärie-Hüüler gaben den Ton an.

Fasnacht Laufenburg

Peter Schütz

Am Morgen war die Welt noch in Ordnung. Da schneite es ein bisschen – wie Konfetti vom Himmel. Aber zum Beginn des Umzugs wurde aus dem Schnee Regen.

Das schmeckte den Moderatorinnen auf dem Marktplatz gar nicht: Anita Schraner und Monika Spring bedauerten unisono den Wetterumschwung, machten aber das Beste daraus, indem sie dem Publikum applaudierten – «für alle, die da sind, das sind echte Fasnächtler». Und wer das Fasnachtsvirus einmal hat, der wird es so schnell nicht wieder los, merkten sie noch an, als von der Laufenbrücke her eine Glocke und Musik ertönte.

Narrenpolizist Markus Fühner führte den Umzug lautstark an, gefolgt von der Narro-Altfischerzunft mit dem Salm im Netz. Manch ein Zunftbruder hatte eine Träne auf der Wange, vielleicht wegen dem Regen. Trotzdem war die Stimmung gut. Viele Zuschauer säumten den Weg, für Trübseligkeiten war kein Platz, trüb war höchstens das Wetter.

Der Umzug kam in Fahrt, als die Laufenburger Stadtmusik heranmarschierte, gefolgt von der ersten Zunft und zwei Guggenmusiken. Dann ging es rund: Die Schnapslochgeister und die Iburger Teufelsknechte machten die Laufenburger Altstadt unsicher. Junge Damen kreischten, Kinder versteckten sich hinter ihren Eltern, sogar Erwachsene duckten sich, wenn eine Dämonenhand in den Konfettisack griff. Alles aber halb so wild, ein bisschen Spass muss sein, und hopp in den Kragen mit den bunten Papierschnipseln, Widerstand war zwecklos.

Ein riesiges Ohr fuhr auf

So ging das in einem fort: Auf eine Guggenmusik folgte eine Gruppe wilder Gesellen, Hexen und Höllenknechte, brachten die Chischtelärmer die Zuschauer zum Tanzen, Chälenwaldtüfel und Thonnerknaben im Rücken. Der Regen wurde schnell zur Nebensache. Natürlich gaben sich die Barocker die Ehre, ausserdem die Roli-Guggers, die Stadthäxe und das Tambourencorps. Die Stadtmusik fuhr mit einem grossen Ohr vor, quasi als Hinweis auf «Ohren auf!» im Sommer. Es gab viel zu sehen und zu staunen und viel zu hören, aber nichts zu maulen. Der Umzug liess nichts vermissen, machte sogar richtig Spass, Regen hin oder her.

Heute geht die Städtlefasnacht in den Endspurt mit dem Kinderumzug und Kinderball, am Dienstag ist das traditionelle Narrolaufen an der Reihe.