Rheinfelden

Der Mut, auf ein unbekanntes Werk zu setzen, wurde finanziell nicht belohnt

Die Darsteller von «Der Mikado» verabschiedeten sich ein letztes Mal vom Publikum, das nicht so zahlreich erschien, wie erhofft. zvg

Die Darsteller von «Der Mikado» verabschiedeten sich ein letztes Mal vom Publikum, das nicht so zahlreich erschien, wie erhofft. zvg

Die letzte Vorstellung der Operette «Der Mikado» der Fricktaler Bühne ist vorbei. Trotz lobender Kritiken und begeistertem Publikum blieb der Aufmarsch unter den Erwartungen.

«Alle sind sehr glücklich und zufrieden» – so lautet das Fazit von OK-Präsidentin Béa Bieber zur diesjährigen Operetten-Produktion der Fricktaler Bühne, die am vergangenen Samstag mit einer stürmisch bejubelten Derniere des «Mikado» ihren Abschluss fand.

«Glücklich und zufrieden» – das bezieht sich auf alle Mitwirkenden der aufwendigen und professionellen Inszenierung: die Solisten, das Orchester, den Chor, das Ballett und das ganze Team im Hintergrund, von Kostüm und Maske bis zur Licht- und Bühnentechnik. «Wir hatten selten einen so guten Zusammenhalt im Ensemble», lobt Béa Bieber, «es war einfach grandios.»

«Der Mikado», komische Oper des britischen Autoren-Duos Gilbert (Text) und Sullivan (Musik), hat das Team zusammengeschmiedet und zu Höchstleistungen angespornt. Zwanzig Aufführungen gingen vom 13. Oktober bis zum 24. November über die Bühne des Rheinfelder Bahnhofsaales. Mitreissende Musik, glanzvolle Solistenleistungen, spannungsreiche Inszenierung, satirische Gegenwartsbezüge und eine opulente Ausstattung machten das in einem Märchen-Japan des 15. Jahrhunderts spielende Stück zu einem grossen Erlebnis für den Operettenliebhaber.

Geringere Auslastung als erhofft

«Glücklich und zufrieden» – das galt mithin auch für diejenigen, die sich das Stück angehört und angesehen haben. Wobei dies nicht so viele waren, wie von den Verantwortlichen erhofft. «Die Auslastung entsprach nicht unseren Erwartungen», sagt die OK-Präsidentin. Das habe aber ganz klar nicht an der Leistung des Teams gelegen, sondern an der relativen Unbekanntheit des Stücks, das natürlich nicht auf den Popularitätsbonus wie eine «Fledermaus» oder ein «Vogelhändler» zählen konnte.

Möglicherweise wird die diesjährige Produktion ein Defizit einfahren und deshalb – zum ersten Mal seit vielen Jahren – auf die Mittel der Otto Arnold-Stiftung zurückgreifen müssen, die der eigentliche Ursprung der Fricktaler Bühne ist. «Um es positiv zu formulieren», so Béa Bieber: «Unser Mut bei der Auswahl des Stücks wurde nicht finanziell, aber mit überaus zufriedenen Zuschauern belohnt.»

Und mögen auch die Autoren des «Mikado» im deutschsprachigen Raum nicht so populär sein wie auf den britischen Inseln: Von dorther war eine Delegation der Gilbert & Sullivan Society angereist und hatte sich eine der Vorstellungen angeschaut. «Sie waren very amused», berichtet Béa Bieber. Und das ist doch auch ein grosses Lob für die Ausführenden und ein Trostpflästerli für das OK. (AZ)

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