Frick
Der Mittagstisch Frick ist bereits ein Kleinunternehmen

7000 Essen pro Jahr, knapp 100 Essen an Spitzentagen, 32 Stunden Aufgabenhilfe und 120 Stunden Betreuung pro Woche: Die Tagesstrukturen in Frick boomen. Schulleiter Peter Boss sieht in ihnen einen Standortvorteil für die Gemeinde.

Marc Fischer
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Der Andrang und der Hunger am Mittagstisch sind jeweils gross. mf

Der Andrang und der Hunger am Mittagstisch sind jeweils gross. mf

Marc Fischer

«Schülermittagstisch Frick» heisst der Verein, der 2007 gegründet wurde. Initiantin Ursula Guyer hatte schon vor 2007 Mittagessen an der Schule angeboten. Die Nachfrage stieg, es brauchte Strukturen und finanzielle Mittel. Gründungspräsidentin wurde die heutige Gemeinderätin Susanne Gmünder Bamert. Diese gab gestern zusammen mit Schulleiter Peter Boss Einblick in die «Erfolgsgeschichte» der Fricker Tagesstrukturen. «Der Mittagstisch Frick hat sich mittlerweile zum KMU entwickelt», erklärte die Gemeinderätin.

Bei frisch zubereiteter Lasagne läuft den Kindern das Wasser im Mund zusammen
6 Bilder
Suanne Gmünder Bamert und Peter Boss in der Küche der Mehrzweckhalle 1958, in der die Speisen zubereitet werden
Im Untergeschoss der Mehrzweckhalle 1958 befinden sich die Räumlichkeiten des Mittagstisches
Über der Küche, rechts des Gebäudes wäre mittel- oder langfristig eine Aufstockung möglich
Nach dem Essen können die Kinder gemeinsam spielen
Die Räumlichkeiten für die Nachmittagsbetreuung befinden sich im Primarschulhaus

Bei frisch zubereiteter Lasagne läuft den Kindern das Wasser im Mund zusammen

Marc Fischer

Neun Angestellte und ein Zivi

Und der Vereinsname sei eigentlich überholt. Die Tagesstrukturen in Frick umfassen nämlich den Blockunterricht, den Mittagstisch und die Betreuung zwischen 13 und 18 Uhr an fünf Tagen, sowie die Aufgabenhilfe von Montag bis Donnerstag.

«Die Tagesstrukturen sind mittlerweile zum Standortvorteil geworden», weiss der Schulleiter, «es gibt Familien, die nur deswegen nach Frick ziehen.» Und die Gemeinderätin doppelt nach: «Wir haben in Frick eines der umfassendsten Angebote im Kanton.»

Ausser dem Schulunterricht werden die Aufgaben vom Verein Schülermittagstisch übernommen. Mittlerweile sind neun Personen angestellt – zwei mit einer Festanstellung, die anderen im Stundenlohn. «Es handelt sich um knapp 300 Stellenprozente», so Boss. Die Entlöhnung liege je nach Ausbildung zwischen 20 und 35 Franken in der Stunde. Zusätzlich ist seit August noch ein Zivildienstleistender im Einsatz.

Nachfrage steigt

«Die Nachfrage steigt, speziell im Sektor Betreuung», führte Susanne Gmünder Bamert aus. Derzeit leisten die Angestellten rund 120 Betreuungsstunden pro Woche. Doch auch beim Mittagstisch war 2012 ein Rekordjahr: 7000 vor Ort gekochte Menüs mit regionalen Zutaten wanderten in Schülermägen. Dennoch bleibt der Betrieb defizitär. Die Einnahmen von rund 100 000 Franken jährlich, die von den Eltern für die Leistungen bezahlt werden, decken die Kosten von knapp 200 000 Franken nicht. Das Defizit wird durch Beiträge der Gemeinde Frick (für 2014 sind 73 000 Franken im Budget) und des Kantons gedeckt.

«Die Gemeinde steht voll und ganz hinter den Tagesstrukturen», so Gmünder Bamert. Und sie hat weitere Pläne. 2014 wird ein Lift an die Mehrzweckhalle 1958 angebaut. Und falls der Boom weitergeht, gibt es bereits Ideen, wie mehr Platz geschaffen werden könnte: Mit einer Aufstockung über der Küche der Mehrzweckhalle.