Rheinschiff
Der «Löwe von Laufenburg» wird verkauft

Das Schiff ist dieses Jahr wohl zum letzten Mal auf dem Rhein unterwegs. Betreiber Jürgen Schroff möchte in Pension gehen.

Markus Vonberg
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Jürgen Schroff, Betreiber des Fahrgastschiffs «Löwe von Laufenburg» möchte in Pension gehen. Markus Vonberg

Jürgen Schroff, Betreiber des Fahrgastschiffs «Löwe von Laufenburg» möchte in Pension gehen. Markus Vonberg

Markus Vonberg

«Wenn auch der Sommer noch mal einen Endspurt hinlegt, ist die diesjährige Saison nicht mehr zu retten», erklärte Jürgen Schroff, Betreiber des Fahrgastschiffs Löwe von Laufenburg bei einem Gespräch auf seinem Schiff. Der sonst stets gut aufgelegte Kapitän kam beim Rückblick auf die diesjährige Saison ins Grübeln, denn bis Anfang Juli hatte er ein Minus von 40 Prozent zu verkraften.

Zu viel kam dabei auf einmal zusammen: Schlechtes Wetter und das Hochwasser, das Schleusenfahrten zum grossen Teil unmöglich machte, verhagelten das Geschäft mit geplanten Terminen und auch Fahrten, die ansonsten Vereine oder private Gesellschaften anlässlich runder Geburtstage oder anderer Jubiläen gebucht haben. Das schlechte Frühjahrsgeschäft an Ostern und Pfingsten wurde durch das Hochwasser, das nur drei Schleusenfahrten zuliess, verstärkt.

Fahrten auch im Herbst

Wer Jürgen Schroff und seiner Frau seinen Dank für die vergangenen 16 Jahre bekunden möchte, kann dies durch die Teilnahme an einer der Fahrten, die von September bis Dezember geplant sind, zum Ausdruck bringen.

So finden im September neun Fahrten (drei Rundfahrten, zweimal Sonntagsbrunch, eine Abendschleusenfahrt und drei andere Fahrten mit Verköstigung), im Oktober elf Fahrten, im November fünf und im Dezember vier Fahrten, meistens an den Sonntagen, statt. Ein Teil davon findet allerdings nur bei rechtzeitiger, telefonischer Voranmeldung und wenn mindestens 15 Personen am Bootssteg an der Andelsbachmündung stehen, statt.

Ob das Angebot über das Jahr 2016 hinaus noch bestehen wird, ist fraglich. Beide denken ans Aufhören, weil sie ins Rentenalter kommen. Den Verkauf des Schiffs «Löwe von Laufenburg» hat Schroff bereits einem Makler übergeben.

Gibt es einen Nachfolger?

Sollte das Schiff in diesem Jahr verkauft werden und in einer anderen Region zum Einsatz kommen, ist dies die letzte Saison für Laufenburg. «Falls sich nicht rechtzeitig ein Käufer findet, werden meine Frau und ich noch ein Jahr dranhängen», erklärte Jürgen Schroff.

Er ist bereit, seinen Nachfolger in dieser Zeit auszubilden, denn er wünscht sich, dass es mit dem Fahrgastschiff Löwe von Laufenburg, das bei Busunternehmen und Vereinen gut bekannt ist, weitergeht. Er würde es sehr bedauern, wenn Laufenburg mit dem Wegfall des «Löwen von Laufenburg» eine weitere Attraktion verlöre, nachdem in der deutschen Altstadt ein Geschäft nach dem anderen seine Pforten schliesst.