Möhlin
Der Lohn für zwei Jahre Vorbereitung für Ryburg-Möhlin

Zwei Jahre Vorbereitung gingen am Wochenende für den Wasserfahrverein Ryburg-Möhlin zu Ende. Die Schweizer Meisterschaft der Wasserfahrer war ein voller Erfolg – vor allem für die Gastgeber.

Hans Christof Wagner
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Daniel Wunderlin/Ramon Ledermann legen sich ins Zeug: Platz 31.hcw

Daniel Wunderlin/Ramon Ledermann legen sich ins Zeug: Platz 31.hcw

Schweizer Meisterschaften im Paarfahren – für den Wasserfahrverein Ryburg-Möhlin war es eine Premiere. Immer wieder hatten die Möhlemer zuvor bei Meisterschaften abgeräumt.

«Deshalb sahen wir es als Verpflichtung an, einmal selbst die Bürde eines Ausrichters auf uns zu nehmen», sagt Thomas Waldmeier, Fahrleiter und Vizepräsident des Vereins.

Festbetrieb mit Fischessen – das machen sie alle Jahre. Aber jetzt, bedingt durch das sportliche Grossevent und das schöne Sommerwetter, platzte das Vereinsgelände an beiden Wettkampftagen aus allen Nähten.

Die Besucher erlebten das Wasserfahren auf der Hausstrecke des Vereins oberhalb des Kraftwerks Ryburg-Schwörstadt als einen Sport für alle Generationen.

Sie wurden Zeugen, wie sich die Männer und Frauen in ihren zehn Meter langen und 400 Kilo schweren Weidlingen mächtig ins Zeug legten, um eine gute Zeit herauszuholen.

Ist der Rhein ein Fluss oder ein See?

Schweizer Meisterschaften im Wasserfahren finden an Wildgewässern und an Stauseen statt. In Möhlin aber gibt es eine Besonderheit: Der Rhein ist ein Fluss, aber bedingt durch das Kraftwerk gleicht er dort auch eher einem Stausee, praktisch ohne Strömung.

Für die rund 500 Wettkämpfer, die am Samstag und Sonntag an den Start gingen, bedeutete dies den gleichzeitigen Einsatz von Stachel und Paddel.

Und wer schnell sein wollte, musste die Wechsel zwischen beidem gut meistern. Acht Schiffe standen den Fahrern zur Verfügung, vom Wasserfahrverein Ryburg-Möhlin zur Verfügung gestellt.

Dieser hatte seinen grossen Auftritt gleich zu Beginn der Meisterschaft am Samstag, früh ab 7.30 Uhr. 44 Fahrer des gastgebenden Vereins traten an, jeweils paarweise in einem Weidling – vorne der Tempomacher, hinten der Steuermann.

Die einzigen Veteranen (Fahrer ab 50), die für Möhlin starteten, waren Markus Güntert und Hanspeter Hänggi. Beide sind 67 und beide nehmen an Meisterschaften im Paarfahren schon seit dem Jahr 1967 teil.

Sie sind sich in diesen 46 Jahren treu geblieben und nie zu einem anderen ins Schiff gestiegen. Vier Minuten und acht Sekunden haben sie für die Strecke gebraucht – für ihr Alter ein tolles Ergebnis, aber kein Vergleich zu früheren Zeiten. Und so denken sie jetzt langsam doch ans Aufhören.

Ihre Karriere noch vor sich haben die beiden Junioren: Cyrill Wunderlin aus Kaiseraugst und Timo Kaiser aus Möhlin, beide 17. In 3,18 Minuten haben sie die für die Junioren verkürzte Strecke geschafft: 2. Platz! Der Gastgeberverein erreichte im Gesamtklassement den 1. Platz.

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