Wallbach

Der letzte Kurs gegen den Schlauchknäuel

Die neuen Feuerwehrleute absolvieren bei der Grundausbildung den Löschparcours.

Die neuen Feuerwehrleute absolvieren bei der Grundausbildung den Löschparcours.

Nach 14 Jahren leitete Andy Bussinger zum letzten Mal den zweitägigen Kurs für neu rekrutierte Feuerwehrleute im Bezirk Rheinfelden.

Trotz nasskaltem, garstigem Dauernieseln war die Stimmung am zweitägigen Einführungskurs für neu eingeteilte Feuerwehrleute des Bezirks Rheinfelden sehr gut. Die 66 Männer und 19 Frauen liessen sich von den 12 Klassenlehrern – alles bewährte Offiziere aus den Ortsfeuerwehren – engagiert auf ihr künftiges Feuerwehrhandwerk vorbereiten.

Die Feuerwehr Unteres Fischingertal (Mumpf und Wallbach) legte sich tüchtig ins Zeug, denn für ihren Kommandanten Andy Bussinger war es der Abschied als Kurskommandant nach 14 Jahren, wobei er zuvor bereits fünfmal als Stellvertreter gewirkt hatte. Auch die Kochbrigade unter der Leitung von Patrick Siegenthaler, einst Mitglied der Schweizer Kochnationalmannschaft, bereicherte den Anlass mit Bravour. «Es gibt ein spezielles Abendessen für die Abschlussfeier», verriet der Chefkoch.

Aus der Praxis lernen

Noch einmal völlig in seinem Element war der Kurskommandant, der an den beiden Tagen die Übung auf dem Löschparcours befehligte. Überraschend fuhr die Rheinfelder Autodrehleiter auf, wodurch Bussinger das Kommando auf übersichtlichster Höhe vom Korb aus führen konnte. Weniger elegant verlief das Geschehen unten auf der komplett durchnässten Wiese, wo sich die Feuerwehrleute mit den schweren Schläuchen abmühten und sich schliesslich in einem Knäuel endgültig verhedderten.

Für die Rohrführer gab es kein Vorrücken mehr. «Dieses Bild braucht wohl keinen langen Kommentar», vermerkte Bussinger bei der Übungsbesprechung, wo sich die Nachwuchskräfte über das Chaos wunderten. Der engagierte Berufsfeuerwehrmann hat in seiner Karriere als Kurskommandant bisher weit über 1000 neue Feuerwehrleute im Bezirk auf das Metier vorbereitet und lässt sie mit Herzblut auch beim letzten Mal direkt vor seiner Haustüre von seinen Erfahrungen profitieren.

Freiräume genutzt

In Absprache mit Mike Gysin, dem Kursverantwortlichen für den Kreis 1, wurden auch immer wieder Freiräume genutzt, um die Kurse interessant zu gestalten. So fährt seit fünf Jahren Andreas Schib, der Brunnenmeister aus Möhlin, mit seinem Anhänger vor und vermittelt mit den darauf montierten und aufgeschnittenen Hydranten das spezielle und empfindliche Innenleben der Modelle. «Falsche Handhabung führt zu defekten Hydranten oder sogar zu Leitungsbrüchen», verriet er der AZ.

Dieses Mal vermittelte Patricia Käser aus Stein als Profifachfrau vom Notfallzentrum erstmals lebensrettende Sofortmassnahmen, Notfallhilfe und den Ablauf innerhalb der Rettungskette. «Vielleicht ist einer mal froh, wenn er sich im Alltag bei einem Notfall an das Gelernte erinnert», betonte Klassenlehrer Daniel Sedelmeier.

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