Frick
Der lange Kampf um den Kirchenneubau

Im Mai 1716 legte der damalige Hornusser Pfarrer den Grundstein für die heutige Barockkirche von Frick. Heute feiert die Pfarrei ein spezielles Jubiläum.

Dieter Deiss
Drucken
Teilen
Kunsthistorikerin Susanne Ritter erzählte von den Mühsalen des Kirchenbaus.

Kunsthistorikerin Susanne Ritter erzählte von den Mühsalen des Kirchenbaus.

Die Pfarrei feierte im Rahmen eines Festgottesdienstes ein spezielles Jubiläum. «Die Fricker wollten vor 300 Jahren eine ganz besonders schöne Kirche bauen», führte Kirchenpflegepräsident Markus Schmid in seiner Begrüssung aus. Pastoralassistent Ulrich Feger erzählte von den Vorbereitungsarbeiten der Kinder und Jugendlichen auf den heutigen Tag. Der Kirchenraum lege Zeugnis davon ab, wie dieser im Laufe der drei Jahrhunderte genutzt worden sei, meinte er. Die junge Generation hätte sich in den vergangenen Wochen mit der heutigen Kirche und deren Zukunft auseinandergesetzt. Die Ergebnisse dieser Arbeiten hätte man zusammen mit verschiedenen anderen Dokumenten in einer extra angefertigten Zeitkapsel verstaut.

Zeitkapsel wurde einbetoniert

Vor dem Altar war mithilfe von Pflastersteinen sorgsam der Kirchengrundriss gelegt worden. Nachdem Pfarrer Thomas Sidler die Steine gesegnet hatte, wurden diese von den anwesenden Kindern zum alten Friedhof hinausgetragen, wo kurz zuvor bereits die Zeitkapsel einbetoniert worden war. Mit den Pflastersteinen wurde erneut der Kirchengrundriss gelegt, diesmal jedoch in den vorbereiteten Beton.

Anstelle einer Predigt, erhielt die Kunsthistorikern Susanne Ritter das Wort. In einem spannenden Vortrag erzählte sie aus der Entstehungsgeschichte der Fricker Kirche. Bis es im Mai 1716 zur Grundsteinlegung kam, hätte man sich zunächst in mehrjährigen Verhandlungen einigen müssen. Zu gegensätzlich waren die Interessen der Gemeinde Frick, der Deutschordenskommende Beuggen und des Bischofs von Basel.
Die alte Kirche sei baufällig und einsturzgefährdet, liessen die Fricker am 20. Juli 1715 den Bischof wissen. Dieser hatte ein Einsehen und bewilligte bereits zehn Tage später einen Neubau. Nicht einverstanden damit war jedoch die Deutschordenskommende Beuggen, die für die Fricker Patronatsherr oder Kollator war. Damit war sie unter anderem verantwortlich für den baulichen Unterhalt des Chors. Ein Kirchenneubau hätte von der Kommende namhafte Mittel abverlangt. Der Kollator empfahl deshalb den Frickern, den Chor stehen zu lassen und statt dessen «wo nitt in die Länge, wenigstens in die Breithe» zu vergrössern.

Die Fricker machten Druck

Die Geduld der Fricker neigte sich dem Ende zu. Am 23. Februar 1716 schrieben sie dem damaligen Weihebischof einen achtseitigen Brief und fügten unter anderem an: «... sind wir gesinnet und fest resolviert, den questionierten Chor auf unsere Kösten aufzuebauen ...». Der hartnäckige Kampf hatte sich gelohnt, schaltete sich doch jetzt der Bischof ein und ersuchte die Parteien sich zu einigen, was denn im April 1716 auch geschah.

Man sei aus bischöflichen Visitationsberichten ziemlich gut über den Baufortschritt unterrichtet, darüber wolle sie dann aber in zwei Jahren, anlässlich der Feier zur Kirchweihe erzählen, schloss Kunsthistorikerin Susanne Ritter ihre Ausführungen.

Nach Schluss des Gottesdienstes, der musikalisch umrahmt wurde von den Pleasure Singers, orientierte OK-Präsident Rolf Hüsser über die geplanten Jubiläumsaktivitäten. «Wir wollen das Jubiläum während zweier Jahre zelebrieren», führte er aus, «und die Zeit nutzen, damit wir uns bewusst werden, was unsere Vorfahren geleistet haben.» Unter dem Motto «Mitenand Liecht si & Hoffnig schänke» sind bis 2018 zahlreiche Anlässe geplant.