Hornussen

Der Kirchgemeinde Hornussen droht die Zwangsverwaltung

Rund um die Kirche Hornussen braucht es engagierte Personen.

Rund um die Kirche Hornussen braucht es engagierte Personen.

Finden sich für die Kirchenpflege Hornussen keine neuen Mitglieder, steht per1. Januar 2012 eine Zwangsverwaltung bevor. Das ist für die Kirchgemeinde mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Die Kirchenpflege Hornussen zählt zurzeit nur drei Mitglieder. Damit genügt das Gremium den gesetzlichen Bestimmungen nicht. Für das laufende Jahr besteht eine Ausnahmebewilligung. Per Ende Jahr hat nun auch die amtierende Präsidentin Elisabetta Cali ihren Austritt erklärt. Sie gehört der Hornusser Kirchenpflege seit neun Jahren an, befindet sich im dritten Präsidialjahr. Auch wenn sie sich für den Rücktritt entschieden hat, ist ihr das weitere Funktionieren der kirchlichen Behörde ein grosses Anliegen. Sie hilft deshalb aktiv bei der Suche nach neuen Kirchenpflegern mit.

Aufruf an interessierte Personen

Elisabetta Cali ist sich bewusst, dass es zunehmend schwerer wird, für öffentliche Ämter engagierte Leute zu finden. Im Gespräch mit der az Aargauer Zeitung zeigt sie denn auch auf, dass die einst aus sieben Personen zählende Kirchenpflege deshalb schon einmal mit Beschluss der Kirchgemeinde auf fünf reduziert werden musste. Doch auch diese Zahl war nicht mehr zu erreichen. «Je weniger wir sind, desto mehr Arbeit lastet auf den Schultern der verbleibenden Kirchenpfleger», weiss sie aus Erfahrung.

Erfahrung ist es aber auch, welche sie dazu bewegt, Leute aufzurufen, sich für ein solches Amt bereit zu erklären. Natürlich gibt es als Kirchenpfleger auch immer wieder Situationen, die nicht nur erfreulich sind, so Cali. Gleichwohl würden die positiven Aspekte überwiegen. Im Pfarrblatt, in welchem sie nach neuen Kirchenpflegern sucht, berichtet sie von diesen schönen Erfahrungen. Sie selbst sei als Neuzuzügerin, damit verbunden, dem Willen Leute kennen zu lernen, sich im Dorf zu integrieren, zur Kirchenpflege gekommen.

«Für mich wurde dieses Ehrenamt zu einer Lebensschule, zu einem sehr wichtigen Abschnitt auf meinem Weg.» Elisabetta Cali macht darauf aufmerksam, dass entgegen den politischen Ämtern bei der Kirchenpflege die Staatsangehörigkeit keine Rolle spielt. Sie selbst sei Ausländerin, habe durch das Kirchenamt eine Zugehörigkeit gespürt. Die abtretende Kirchenpflegerin macht allen Mut, sich für dieses interessante Amt zu melden. Sie hat während der letzten neun Jahre viel durch die herausfordernde Aufgabe gelernt, empfindet das Erfahrene deshalb auch als persönliche Bereicherung. «Man macht den Weg mit, wächst mit den Aufgaben», erklärt sie.

Weiterhin ein Mandat

Die Kirchenpflege Hornussen hat sich in der Vergangenheit neben den Tagesgeschäften auch mit ausserordentlichen Ereignissen auseinandersetzen müssen, welche Gerichtsverfahren nach sich gezogen haben. Weil das noch nicht abgeschlossen ist, die abtretende Präsidentin es aber nicht neuen Kirchenpflegern aufbürden möchte, hat sie trotz Rücktritt weiterhin ein Mandat zur Wahrnehmung dieser Gerichtsangelegenheit inne.

Finden sich keine neuen Kirchenpfleger, muss in Hornussen ab dem 1. Januar 2012 ein Sachwalter eingesetzt werden. Diese Zwangsverwaltung ist für die Kirchgemeinde mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden. Im Budget 2012 sind für diesen Fall bereits 30000 Franken eingesetzt. Elisabetta Cali jedenfalls gibt die Hoffnung nicht auf, dass innert nützlicher Frist doch noch engagierte Kirchenpfleger gefunden werden können.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1