Im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung zum Projekt Windpark Burg in den Gemeinden Oberhof und Kienberg hat der Jurapark Aargau eine Stellungnahme verfasst – und beantragt, auf das Projekt Burg sowie die damit einhergehende Teiländerung der Zonenvorschriften zu verzichten. Dies geht aus einer Mitteilung des Juraparks hervor.

Die Abwägung zwischen den grundsätzlichen Vorzügen der Nutzung erneuerbarer Energie und den Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft seien vielschichtig, schreiben die Jurapark-Verantwortlichen.

Gestützt auf den vorliegenden Raumplanungs- sowie Umwelterträglichkeitsbericht ist der Jurapark Aargau der Ansicht, «dass die negativen Konsequenzen einer Windkraftanlage beim Standort Burg überwiegen». Bereits im Dezember 2012 hatte sich der Park zum Entwurf des entsprechenden Richtplankapitels geäussert und diesen Standort zur Streichung empfohlen.

Schutz der Landschaft

«Angesichts des zunehmenden Siedlungsdrucks, der beidseits der Jurahöhenzüge in den Agglomerationsräumen sicht- und spürbar ist, sind intakte Landschaften mit hohem Erholungswert im Parkperimeter zu erhalten», heisst es in der Mitteilung weiter. Deshalb habe der Schutz von Natur und Landschaft Vorrang gegenüber der Energiegewinnung mit Windkraftanlagen von der Grössenordnung, wie sie auf der Burg geplant sind. «Der energetische Nutzen steht in einem ungünstigen Verhältnis zu den landschaftlichen und ökologischen Beeinträchtigungen.» Die Errichtung von Windenergieanlagen im Park stünde zudem im Widerspruch zur Pärkeverordnung, wonach sich Parkgebiete durch einen geringen Grad an Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch Bauten, Anlagen und Nutzungen auszeichnen.

Negative Auswirkungen auf Vögel

Besonders kritische Aspekte aus Sicht des Juraparks betreffen die Sichtbarkeit der Anlagen sowie die beträchtlichen Auswirkungen auf Flora und Fauna – insbesondere für Vögel und Fledermäuse. Angesichts der exponierten Lage in der typischen, kleinräumigen Hügellandschaft wären die Anlagen weitherum sichtbar.

Die Erschliessung des Standortes umfasse zudem den Ausbau und die Neuerstellung von Wegen mit einer Fahrbreite von vier Metern ohne vorgesehenen Rückbau. «Dies sind umfassende Eingriffe in eine bis anhin intakte Landschaft», so der Jurapark. Die Verantwortlichen kritisieren weiter, dass angesichts der «offensichtlichen Nutzungskonflikte» eine umfassende Interessensabwägung bereits auf Richtplanstufe hätte vorgenommen werden sollen, aber nicht erfolgt ist.