Rheinfelden
Der Güsel in den Fricktaler Gassen ist ärgerlich

Die Abfallbewirtschaftung des unteren Fricktals nimmt den Kampf gegen Littering auf. Sie starten eine Kampagne gegen die Vermüllung des öffentlichen Raums.

Peter Rombach
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Das Güselproblem wird nach einer Sammelaktion von Schulen in Möhlin öffentlich und anschaulich dargestellt. ach

Das Güselproblem wird nach einer Sammelaktion von Schulen in Möhlin öffentlich und anschaulich dargestellt. ach

Aargauer Zeitung

Es gleicht immer noch einem Kampf gegen Windmühlen, doch der GAF (Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal) gibt nicht klein bei: Erneut startet er eine Kampagne gegen die Vermüllung des öffentlichen Raums.

Präsident Peter Scholer verdeutlicht: «Das Problem des Unterwegsabfalls vergrössert sich zusehends.» Mit dem GAF will er dabei nicht ruhig zuschauen, sondern neue Initiativen starten und Sensibilität wecken. Das achtlose Liegenlassen von Verpackungen, Flaschen, Essensresten oder Zigarettenstummeln sind ihm schon längst ein Dorn im Auge.

Der GAF-Präsident weiss, dass Plakate aufhängen oder Bussen verteilen kein Allheilmittel darstellen. «Alle gesetzlichen Grundlagen sind vorhanden, das Umsetzen ist aber schwierig», gibt er sich keinen Illusionen hin. Folglich sieht er Handlungsbedarf auf anderen Ebenen.

Ein moderner Pranger

Beispielsweise Aktionen mit Schulen oder Vereinen, um ein «besseres Sauberkeitsbewusstsein» zu erreichen. Zeiningen, Möhlin und Rheinfelden unterstützten diesen Frühsommer bereits die Kampagne.

So wurden beispielsweise grosse Klarsichtbehälter aufgebaut, um das «Wochenangebot» vom Unterwegsabfall darzustellen. «Dieser moderne Pranger bewirkte doch einige Diskussionen», zeigt sich Scholer zufrieden und auch tolerant in der Einschätzung: «Littering ist oft nicht böswillig, sondern lediglich durch Gedankenlosigkeit verursacht.»

Künftiges Ziel des GAF sei es, vermehrt auf der Strasse sichtbar zu sein und die Güselproblematik aufzuzeigen. Dies erfordere personellen Mehraufwand, zumal die Aktionen dann auch vor- und nachbearbeitet werden müssten.

Unterstützung erfahre der Verband von Fachkräften. Um die zusätzlichen Kosten zu decken, werde im Budget 2012 ein entsprechender Betrag eingeplant. «Das Sichtbarmachen und die Präsenz der GAF-Crew sollen mithelfen, den Unterwegsabfall zu reduzieren.» Scholer kündigt an, nach einem Jahr dann, zusammen mit den Aktionsteilnehmenden, Bilanz zu ziehen.

Auch Grünsektor bleibt ein Thema

An der Abgeordnetenversammlung des GAF nächsten Mittwoch in Augst will Scholer das Güsel-Thema nochmals aufgreifen. Es gilt ferner, über die Abfallgebühren und den Voranschlag 2012 zu entscheiden.

Nach Scholers Einschätzung kommt auch noch der Grünbereich zur Sprache. Seine positive Beurteilung: «Dank der Möglichkeit des GAF, über den gesamten Entsorgungsbereich kalkulieren zu können, wird schlussendlich alles zu 100 Prozent aus den Abfallgebühren bezahlt.»

Kein einziger Steuerfranken sei dafür nötig, unterstreicht er mit dem Hinweis auf eine «Quersubventionierung», von der die Grüngutentsorgung im nächsten Jahr voraussichtlich in Höhe von 130000 Franken profitiere.

Er spricht in diesem Zusammenhang von einer «effizienten, wöchentlichen Grüntour», bei der Garten-, sowie Rüst- und Speiseabfälle aus Tonnen vor der Haustür mitgenommen würden.

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