Rheinfelden
Der Gewinn der Energiedienst Holding AG ist 2014 deutlich gesunken

Und zwar um 23 Millionen. Die Energiedienst Holding AG befindet sich in einem schwierigen Marktumfeld, gibt aber Entwarnung für die Arbeitnehmer: Es sollen keine Arbeitsplätze abgebaut werden.

Ingrid Böhm-Jacob (Bad. Zeitung)
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Die Energiedienst erreichte bei der Stromerzeugung in den Wasserkraftwerken (im Bild: Laufenburg) ein durchschnittliches Ergebnis. (Archiv)

Die Energiedienst erreichte bei der Stromerzeugung in den Wasserkraftwerken (im Bild: Laufenburg) ein durchschnittliches Ergebnis. (Archiv)

Zur Verfügung gestellt

Auch fürs neue Geschäftsjahr sieht Martin Steiger als Vorsitzender der Geschäftsleitung die Energiedienst Holding AG (ED) auf einem «steinigen Weg». Sinkende Erträge durch Preisverfall am Strommarkt und stagnierender Absatz haben das Unternehmensergebnis bereits 2014 deutlich geschmälert. Der Gewinn sank innerhalb eines Jahres um 23 Millionen auf 56 Millionen Euro.

Trotzdem setzt ED weiter auf erneuerbare Energien und baut sein Profil durch Kooperationen und Dienstleistungsangebote bei Gas, Photovoltaik und Kleinwasserkraftwerken aus. «Kosteneinsparungen sind nicht der richtige Weg», betonte Martin Steiger bei der Bilanzpressekonferenz.

Kein Personalabbau

Die 812 Beschäftigten der binationalen Holding in Rheinfelden, Laufenburg und im Wallis müssen sich aber trotz der wirtschaftlichen Abwärtsentwicklung um ihren Arbeitsplatz keine Sorgen machen. Durch eine Personalrestrukturierung vor über zehn Jahren wurde ein Gefüge geschaffen, dem Martin Steiger Zukunft gibt.

Einem Personalabbau erteilt der Vorsitzende der Geschäftsleitung eine Absage. Ein «reines Schrumpfprogramm» helfe in der aktuellen Situation nicht weiter und sei «unternehmerisch fantasielos». Energiedienst bemüht sich deshalb um «neue Wertschöpfungen», um die Verluste zu kompensieren.

Am Standort Rheinfelden beschäftigt ED rund 300 Mitarbeiter. Der Personalbestand wird sich insgesamt in den kommenden drei Jahre aber um bis zu 80 Mitarbeiter reduzieren, da es durch Altersteilzeiten befristete Doppelbesetzungen gibt, erläuterte Christian Bersier, Leiter Finanzen und Personal.

Ein schwieriges Marktumfeld bilanzierte der Vorsitzende der Geschäftsleitung für 2014. Ein Bündel von Ursachen wird ausgemacht, die «bewährte Geschäftsmodelle» infrage stellen. Für Energiedienst hält Steiger als wesentlichen Faktor fest, dass der subventionierte Ökostrom die Grosshandelspreise purzeln lasse. «Die Margen schrumpfen auch für reine Ökostromerzeuger wie uns.» Dennoch konzertiert sich das Unternehmen weiter auf erneuerbare Energien. Dazu gehört auch der Gasvertrieb, der weiter als Geschäftsfeld aufgebaut wird. Der Absatz steig im vergangenen Jahr um beinahe 50 Prozent auf 149 Millionen Kilowattstunden.

Schwankende Wassermengen

Trotz sinkender Gewinne und einem rückläufigen Betriebsergebnis dürfen die Aktionäre bei der Generalversammlung im März eine unveränderte Dividende von 1,50 Schweizer Franken pro Aktie erwarten, das hat der Verwaltungsrat bereits beschlossen.

Dass im vergangenen Jahr 89 000 Privat- und Gewerbekunden neu gewonnen wurden, bestärkt ED die Regionalisierung auszubauen und ausserdem sich stärker für Energie- und Wärmelösungen als Dienstleister einzubringen. Energiedienst betrachtet sich weiter als «Gestalter der Energiewende», so Steiger.

Nur ein durchschnittliches Ergebnis erreichte das Unternehmen bei der Ökostromerzeugung in den eigenen und teileigenen Wasserkraftwerken vorneweg Laufenburg, Ryburg-Schwörstadt, Rheinfelden, Wyhlen. Dafür sind schwankende Wassermengen des Rheins vor allem verantwortlich. Stabilisierend habe sich die Wasserkraft im Wallis ausgewirkt.