Erst vor drei Wochen hat das Rheinfelder Stimmvolk dem Kredit von 1,62 Millionen Franken für den Umbau und Sanierung der Liegenschaft an der Marktgasse 1 bewilligt.

Zurzeit ist hier die Regional- und Kantonspolizei untergebracht. Sie werden im August in das neue Verwaltungsgebäude der regionalen Staatsanwaltschaft an der Riburgerstrasse einziehen.

Für die Liegenschaft an der Marktgasse 1 hatte der Gemeindeverband Soziale Fachbereiche Bezirk Rheinfelden Interesse angemeldet. Bereits an der Gemeindeversammlung im Juni hatte Stadtammann Franco Mazzi erklärt, dass nur saniert werde, wenn der Gemeindeverband an seiner auf Ende August angesetzten Sitzung sein Einverständnis zu dem Mietvertrag bekunde.

Nun hat sich Verbandsvorstand gegen das Haus an der Marktgasse 1 entschieden. Damit entfällt die ausserordentliche Abgeordnetenversammlung am 30. August. Dort wäre es bei Zustandekommen des Mietverhältnisses um das Budget gegangen.

Entspricht nicht den Bedürfnissen

Der Mietpreis sei nicht ausschlaggebend gewesen, schreibt der Verband in einer Medienmitteilung. «Der Stadtrat hat dem Gemeindeverband ein faires und marktgerechtes Mietangebot unterbreitet.» Das bestätigt auf Anfrage nochmals Verbandspräsident Heinz Kim. Man habe nach eingehender Prüfung und Besichtigung der Liegenschaft gemeinsam mit den Bereichsleitern festgestellt, dass die vorhandenen Bedürfnisse nicht in gewünschten Masse abgedeckt werden können.

Die Raumverhältnisse seien zum Teil unzweckmässig, die Abläufe über drei Stockwerke eher mühsam. «Ein optimalen Betriebsablauf ist hier nicht wirklich möglich», so Kim. «Ausserdem hat sich zwischenzeitlich der personelle Bestand beim Gemeindeverband vergrössert.»

Die Reaktion der Rheinfelder Stadtbehörde auf den Verbandsentscheid ist deutlich: «Ja, wir sind sehr enttäuscht. Insbesondere deshalb, weil offensichtlich erst jetzt festgestellt wurde, dass das Gebäude doch nicht für die Verbandszwecke geeignet ist», sagt Stadtammann Franco Mazzi. Das Sanierungsvorhaben ist jetzt zwar sistiert, die Stadt wird sich jedoch auf die Suche nach neuen Mietinteressenten machen. «Ideal wären an diesem Standort öffentliche Institutionen oder Institutionen mit Publikumsverkehr. Dies zumindest für die Parterrenutzung», so Mazzi.

Wird für die Werterhaltung des Gebäudes gleichwohl Geld investiert? Darauf der Rheinfelder Stadtammann: «Nein, die Investitionen werden mit einem neuen Mietinteressenten definiert. Eine Vorwegnahme von Bauarbeiten macht nur Sinn, wenn wir damit rechnen müssen, dass wir auf längere Zeit keinen Mieter finden werden. Was bei dieser Lage aber hoffentlich nicht der Fall sein wird.»