Schupfart
Der Flugplatz Schupfart steht vor grossen Investitionen

Der Aero-Club Fricktal schaut nach vorne: Der neue Pachtvertrag gibt ihm die Sicherheit für 25 weiterer Jahre in Schupfart. Die Perspektive braucht er, denn er hat grosse Pläne.

Hans Christof Wagner
Drucken
Teilen
Bereit für den Flug in die Zukunft: Roger Stieger, Präsident des AeCS Fricktal.

Bereit für den Flug in die Zukunft: Roger Stieger, Präsident des AeCS Fricktal.

Hans Christof Wagner

Ein schwieriges Jahr der Verhandlungen liegt hinter dem Trägerverein des Flugplatzes in Schupfart: Schon bei den Orientierungsversammlungen über die Eckpunkte des neuen Pachtvertrages zeichnete sich ab, dass es ein harter Weg sein wird; Zurückweisung durch die Ortsbürger im Sommer 2014, Vorwürfe vonseiten der Finanzkommission, Leserbriefe, anonyme Inserate gegen den Betrieb – so öffentlich musste der Club sich wohl noch nie exponieren. Schliesslich stimmten die Ortsbürger Ende Jahr dann aber dem neuen Pachtvertrag doch zu.

Schweizweites Novum

Präsident Roger Stieger ist froh, dass der Flugplatz jetzt aus den Schlagzeilen raus ist. Dafür haben sie den Lärmfonds akzeptieren müssen, in den der Club jährlich 4000 Franken einzahlt – laut dem Clubchef ein schweizweites Novum.

Der Deal: Innert einer Frist von fünf Jahren müssen daraus Massnahmen finanziert werden, die Maschinen leiser machen. Andernfalls verfällt das Geld zugunsten der Gemeinde. Stieger tröstet sich damit, dass das Geld ja nicht verloren sei und in die Nachrüstung der Maschinen mit modernen Propellern und Schalldämpfern fliesse. Was ja auch schon zuvor geschehen sei – aus freien Stücken, ohne Fonds.

Doch Stieger verhehlt nicht, dass der Club die Lärmdebatte des vergangenen Jahres nur zum Teil nachvollziehen konnte. «Für uns war immer klar: Es darf nicht teurer werden», sagt er. Teurer gegenüber dem Vorzustand, unter den Konditionen des alten Pachtvertrages von 1994, in dem das Thema Lärm überhaupt noch keine Rolle spielte.

Anlagen müssen saniert werden

Man hätte diesen Vertrag einfach weiterlaufen lassen können, mit einer automatischen Verlängerung um fünf Jahre. Doch das war dem Areo-Club zu unsicher. Er – und auch die Geldgeber – brauchten die Sicherheit von mindestens 25 weiteren Jahren in Schupfart. Andernfalls würde sich das anstehende Mammutprojekt nicht lohnen.

Der Flugplatzbetrieb zügelte ums Jahr 1966/67 vom Sisslerfeld nach Schupfart. Dementsprechend alt sind Hangar, Hangar-Vorplatz und die technischen Anlagen. Jetzt müssen sie erstmals in der Clubgeschichte generalsaniert werden.

Unterirdischer Tank

Am Hangar sind es vor allem die asbesthaltigen Eternit-Faserplatten auf dem Dach und an der Fassade, die entfernt und ersetzt werden müssen. Die Rolltore laufen schlecht – auch hier müssen die Arbeiter ran. Weil die Nachfrage nach bleifreiem Flugbenzin zunimmt, will der Club auch in die Tankstelle investieren. Ein grosser unterirdischer Tank soll her, als Ersatz für den fahrbaren Behälter. Dieser ist so klein, dass es sich für Lieferanten mangels Masse kaum rentiert, das Flugplatzgelände anzusteuern.

Erdarbeiten wird auch das Vorhaben mit sich bringen, das Regenwasser künftig separat aufzufangen, sowie die Isolation der im Boden verlaufenden Heizungsrohre. Insgesamt ist der asphaltierte Flugplatz-Bereich um die weiteren Betriebsgebäude und das Airpick-Restaurant herum in den fünf Jahrzehnten marode geworden – auch durch die alljährliche Belastung während des Schupfart-Festivals.

Fertigstellung im Juni 2017

Ausserdem muss der Hangar-Vorplatz den neuesten Vorgaben des Bundesamtes für Zivilluftfahrt nach grösser und farblich neu markiert werden, berichtet Stieger.

Das Schupfart-Festival findet wieder im September statt, und so lange wird der Aero-Club warten müssen, bis er sich an das Projekt heranwagt. Der Vorstand wollte zunächst externe Planer engagieren, doch schnell war klar: Es muss mit Bordmitteln gehen, mit Fronstunden der Mitglieder. Die mussten schon eine Erhöhung des Jahresbeitrages schlucken.

Hinter vielem steht auch noch ein Fragezeichen. Wohin mit den Maschinen, wenn der Hangar für die Sanierung leer sein muss? Was wird das alles kosten – 1,5 bis 2 Millionen Franken? Und wie lange wird es dauern? Anvisiert für die Fertigstellung hat Stieger das erste Juni-Wochenende 2017. Denn zu der Zeit, 50 Jahre zuvor, wurde der Flugplatz Schupfart offiziell eingeweiht.

Aktuelle Nachrichten