Fricktal

Der Fasel-Clan: 104-köpfige Grossfamilie feiert Jubiläum

Werner Fasel eröffnet die Jubiläums-Festgemeinde im Pfarreisaal.  HOT

Werner Fasel eröffnet die Jubiläums-Festgemeinde im Pfarreisaal. HOT

Was 1911 mit einem Umzug aus finanziellen Gründen begann, wurde am Sonntag als grosses Familien-Jubiläum gefeiert: 100 Jahre Fasel im Fricktal.

Der Ertrag aus dem bescheidenen Bauernbetrieb im freiburgischen Sensebezirk vermochte die 9-köpfige Familie nicht mehr genügend zu ernähren; die erforderlichen finanziellen Mittel fehlten an allen Ecken und Enden.

Also machten sich der damals 35-jährige Josef Fasel und seine 43-jährige Ehefrau Rosa im Jahre 1911 von St. Antoni aus auf die Suche nach einer neuen Existenzgrundlage und damit auch einer neuen Heimat. So landete das Ehepaar schliesslich in Gipf-Oberfrick, fand hier im Schützenhof im Tal ein geeignetes neues Zuhause und siedelte deshalb 1911 mit seinen Kindern ins Fricktal um.

Respektvoll würdigen

Seither sind 100 Jahre vergangen, und dies hat Werner Fasel, Gipf-Oberfrick, und weitere Angehörige des grossen und weit verstreuten Familienclans dazu bewogen, zu einem «Jubiläums-Fasel-Familientreff» nach Gipf-Oberfrick einzuladen, denn: «Wenn wir heute berücksichtigen, wie diese grosse Pioniertat unserer Grosseltern auch unserem Lebensweg unschätzbare Vorteile eröffnete, ist es sicher angebracht, wenn wir das mit Mut und Fleiss aufgebaute Lebenswerk unserer Ahnen respektvoll mit einem festlichen Anlass würdigen.»

Diese Idee fand grossen Anklang, und so trafen sich am Sonntag von den heute noch 157 lebenden Nachkommen von Josef und Rosa Fasel-Ducret deren 104 in Gipf-Oberfrick zur grossen Feier «100 Jahre Fasel im Fricktal».

Letzter Rappen eingesetzt

In seiner Begrüssung der aus verschiedensten Regionen der Schweiz angereisten direkten und indirekten Nachkommen stellte Werner Fasel fest: «Wir haben diesen Anlass zwei Jahre lang vorbereitet und uns dabei auch immer wieder Gedanken darüber gemacht, welch grosses Wagnis unsere Vorfahren damals mit diesem Umzug hierher ins Fricktal auf sich nahmen, und wir können nur erahnen, wie manche schlaflose Nacht sie hatten, bis der Entscheid, aus dem Freiburgischen wegzuziehen, klar war.»

Als dieser Entschluss aber feststand, sei es in «echter Faselmanier» vorwärtsgelaufen, nämlich positiv und schnell. Allerdings hätten für die Erfüllung des Traumes auch die finanziellen Ressourcen bis zum allerletzten Rappen eingesetzt werden müssen.

Familienchor erfreute

Mit seinen 81 Jahren war Paul Fasel, Gipf-Oberfrick, das älteste Mitglied der grossen Jubiläums-Festgemeinde. Diese begann mit einem Pfarreigottesdienst und endete mit dem 1983 komponierten und vom familieneigenen Chor vorgetragenen «Fasel-Lied». Das «Bärestübli» Densbüren sorgte dafür, dass jedes Mitglied des grossen Fasel-Clans wohlgenährt und gestärkt den Heimweg antreten konnte.

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