Zeiningen
Der erste Spargel wird bereits geerntet – mithilfe einer holländischen «Spinne»

Auf dem Widmatthof wird der Spargel ab dieser Saison mithilfe einer holländischen «Spinne» geerntet. Diese erleichtert den Erntehelfern die körperlich anstrengende Arbeit.

Dennis Kalt
Drucken
Teilen
Mit einem Spargelstecher ernten ungarische Saisonarbeiter unter der «Spinne» die ersten Spargeln auf dem Widmatthof.

Mit einem Spargelstecher ernten ungarische Saisonarbeiter unter der «Spinne» die ersten Spargeln auf dem Widmatthof.

Dennis Kalt

Weisse Köpfe dringen durch die Dämme an die Oberfläche. Flink legen Hände die sandige Erde um das Stangengemüse frei, bevor die scharfe Schneide des Messers den Spargel über seinem Wurzelstock durchtrennt und er in der Hand des ungarischen Saisonarbeiters zum Vorschein kommt. Auf dem Widmatthof in Zeiningen werden am vergangenen Wochenende die ersten Spargeln der Saison geerntet – rund zwei Wochen früher als im Vorjahr.

«Der Beginn der Spargelsaison ist abhängig von den Temperaturen», weiss Landwirt Roland Brogli vom Widmatthof. Der Boden müsse dabei mindestens zwischen zehn und zwölf Grad warm sein. Die Erddämme, in denen der Bleichspargel heranwächst, sind von Plastikplanen überzogen, die auf der einen Seite weiss und der anderen schwarz sind: «Durch die unterschiedlichen Farben der Plane, können wir die Temperatur der darunterliegenden Erde regulieren», erklärt Brogli.

«Spinne» als Erntehelfer

Der Landwirt beschäftigt für die anstrengende Ernte zwei Hilfskräfte aus Ungarn, die während der Spargelsaison bei ihm auf dem Hof leben: «Ich zahle keinen Akkord-, sondern einen festen Stundenlohn», sagt der Landwirt, dem es wichtig ist, dass der Spargel beim Stechen nicht verletzt wird. Seit diesem Jahr erleichtert eine «Spargelspinne» die körperlich anspruchsvolle Erntearbeit. Dabei handelt es sich um einen Wagen auf vier Rädern, der langsam über den Spargeldamm fährt.
Dabei wird die Folie vor der Spinne angehoben, über den Rohrrahmen des Wagens in die Höhe geführt und nach der Spinne wieder auf den Spargeldamm aufgelegt. Währenddessen können die Erntearbeiter unter der Folie kontinuierlich den Spargel ernten. «Ich habe die ‹Spargelspinne› aus Holland anliefern lassen. Wir sparen durch sie bei der Ernte enorm viel Zeit», sagt Brogli.

«Im letzten Jahr haben wir 1,4 Tonnen grünen und weissen Spargel verkauft», sagt Ehefrau Charlotte Brogli. Das Kilo wird dabei für 13 bis 16 Franken im eigenen Hofladen angeboten. «Die Gewinnmarge ist natürlich beim König unter den Gemüsen, um einiges höher als bei anderen», sagt Roland Brogli. Obwohl die Regale der Supermärkte mit günstigerem Spargel aus Italien, Spanien oder Übersee gefüllt sind, können die beiden Hofladenbetreiber über den Absatz nicht klagen: «Gerade am Samstag ist das Edelgemüse bei uns schnell ausverkauft.»

Regionalität als Trumpf

Neben dem Hofladenverkauf beliefern Broglis auch regionale Restaurants, wie beispielsweise «Fricks Monti», die «Sonne» in Ittenthal und das «Alpbad» in Sissach. Einen Einstieg in den Grosshandel lehnen beide vehement ab: «Der Aufwand für die Zertifizierung und die Normierung des Spargels hinsichtlich Form und Grösse ist uns zu gross.» Vielmehr gehe es darum, ein frisches, naturbelassenes und schmackhaftes Produkt anzubieten – egal, ob dick, dünn, krumm, grün oder weiss.

Auch die Anbaufläche wolle man nur langsam ausbauen – bis 50 Aren, denn: «Einfach sind die Pflanzen nicht», weiss Roland Brogli. So geht es im ersten Jahr nach ihrer Einsetzung nur um die Hege und Pflege. Erst nach vier Jahren ist die volle Erntezeit erreicht. Diese dauert für gewöhnlich von Anfang April bis zum 24. Juni – dem «Johannistag». Danach ist das Ernten tabu, denn: «Die Spargeln brauchen bis zum nächsten Frühjahr viel Regenerationszeit», weiss Roland Brogli.

Aktuelle Nachrichten