Laufenburg

Der erste Burgschreiber mit einem Loblied auf die Stadt: «Die Ansprüche sind nicht ohne»

Freuen sich mit dem Burgschreiber zu Laufenburg (von links): Bürgermeister Ulrich Krieger, Regierungsrätin Franziska Roth, Burgschreiber Markus Manfred Jung und Stadtammann Herbert Weiss. Peter Schütz

Freuen sich mit dem Burgschreiber zu Laufenburg (von links): Bürgermeister Ulrich Krieger, Regierungsrätin Franziska Roth, Burgschreiber Markus Manfred Jung und Stadtammann Herbert Weiss. Peter Schütz

Markus Manfred Jung, der erste Burgschreiber, hat seine Arbeit aufgenommen

«Ich versuche mit meinen alemannischen Gedichten, die Sprache am Leben zu halten»: So beschrieb Markus Manfred Jung an der Auftaktveranstaltung am Freitagabend seinen literarischen Antrieb. Der im Kleinen Wiesental im Landkreis Lörrach, Deutschland, lebende und vielfach ausgezeichnete Schriftsteller hat sich längst einen Namen als umtriebiger Vertreter der alemannischen Mundart, die dem Schweizerdeutsch ähnlich ist, gemacht.

Wahl war fast schon logisch

Er hat Theaterstücke unter anderem für die Freilichtbühne Herrischried geschrieben und etliche Bücher mit Gedichten und Geschichten verfasst. Wer ein Faible für das Alemannische hat, kommt also um ihn nicht herum. Da ist es schon fast logisch, dass ihn eine Jury im Dezember zum ersten Burgschreiber zu Laufenburg erkoren hat. Selbstverständlich ist es jedoch nicht, denn nach der im Herbst 2018 erfolgten Ausschreibung bewarben sich 16 Personen um dieses grenzüberschreitende Kunststipendium.

Markus Manfred Jung lebt und arbeitet seit dem 1. März in Laufenburg, bleiben wird er noch bis 31. Mai 2019. Während dieser Zeit soll eine schriftstellerische Arbeit zum Thema «Ankommen» und mit Bezug zu Laufenburg entstehen, erklärte Martin Willi, Betriebsleiter der Kultschüür, am Freitag.

Willi hat das Projekt «Burgschreiber» zusammen mit der im deutschen Laufenburg lebenden Schriftstellerin Petra Gabriel auf die Beine gestellt. Das Duo zeichnet denn auch verantwortlich für das Projekt. Finanzielle Unterstützung sagten unter anderem die beiden Städte Laufenburg sowie die Hochrheinkommission zu. Jung erhält eine Aufwandsentschädigung von 850 Euro im Monat, ausserdem ist er kostenlos in zwei Privatquartieren untergebracht.

Ein Loblied auf die Stadt

Seinen ersten Eindruck beschrieb Jung so: «Wenn ich über das Ankommen in Laufenburg schreiben würde, wäre es ein einziges Loblied.» Er sei sich aber auch der Verantwortung, die die Auszeichnung «Burgschreiber zu Laufenburg» mit sich bringt, bewusst: «Die Ansprüche sind nicht ohne, denn ein Stipendium ist ein Preis für etwas, was man noch nicht gemacht hat», sagte er.

Was sein Aufenthalt in Laufenburg hervorbringen wird, liess er offen. An Inspiration wird es ihm jedenfalls nicht fehlen. Und er wird auch nicht unsichtbar bleiben. Denn bis Ende Mai will er mehrfach präsent sein - unter anderem in der Kulturwerkstatt Sulz, in Stadtbücherei, Bibliothek und Kreisschule. Bei Bedarf stehen ihm zwei Paten – Hannes Burger, Präsident Museumsverein Laufenburg, und Stadtarchivar Martin Blümcke – zur Seite, indem sie ihm die Türen zu Archiven öffnen.

Der Auftaktveranstaltung am vergangenen Freitag wohnten Stadtammann Herbert Weiss, Bürgermeister Ulrich Krieger sowie die Aargauer Regierungsrätin Franziska Roth bei. Roth bezeichnete das Thema Burgschreiber als «sehr spannend – auch deshalb, weil es grenzüberschreitend ist».

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