Mettauertal
Der Dorfrundgang und die Lebensqualität in der «grünen Schatzkammer»

Der Dorfrundgang im Ortsteil Wil der Gemeinde Mettauertal war für alle eindrücklich und an Vielseitigkeit auf kleinem Raum im Ortskern kaum mehr zu überbieten.

Peter Bircher
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Bierbrauer Oliver Kalt, Hottwil, Köhlerfest-OK-Chef André Schraner, Ladenleiterin Sandra Zumsteg, Gemeinderat Matthias Keller und Köhler-Fachfrau Doris Wicki degustieren das neue Köhlerbier. bi

Bierbrauer Oliver Kalt, Hottwil, Köhlerfest-OK-Chef André Schraner, Ladenleiterin Sandra Zumsteg, Gemeinderat Matthias Keller und Köhler-Fachfrau Doris Wicki degustieren das neue Köhlerbier. bi

Über Jahrhunderte hat Wil den Rebberg gehegt und gepflegt, auch in Zeiten der Vernichtung durch Schädlinge wieder von vorne angefangen, da der Zuerwerb aus den Reben für die Kleinlandwirtschaft wichtig war.

Kellermeister Guido Oeschger, bald 20 Jahre im Amt, konnte aus dem Vollen schöpfen. In der Wiler Trotte wird auch für Mettau und Mandach Lohnkelterei betrieben und direkt ab Trotte werden von gegen 85 000 produzierten Flaschen Wiler-Wein rund 60 000 verkauft.

Kapelle als Schmuckstück

Renate Wernli stellte das Schmuckstück des Dorfes, die Kapelle St. Wendelin vor. Sie wurde 1697 erbaut und die überraschend grossräumige Stuckornamentik der Decke ist ein Juwel.

Neues Köhlerbier im Verkauf

Anlässlich des Dorfrundganges in Wil konnte im Dorfladen auch gleich ein neues Regionalprodukt degustiert werden: das Köhlerbier. Im eigens kreierten schmucken Trinkglas war das leicht dunkel gefärbte, etwas herbe, aber wohlschmeckende, kräftige neue Bier ein Trinkgenuss. Ab sofort ist es im Dorfladen von Wil erhältlich und reiht sich gut in die Linie der verschiedenen Spezialbiere ein. Es hatte im OK des Köhlerfestes 2014 bei der Degustation eine harte Vorprüfung zu bestehen und stammt aus der Dorfbrauerei In Hottwil. (bi)

Die historische Linie weist talwärts zur reichen Ausstattung der Mettauer Talkirche und schliesslich zum Damenstift des Klosters Säckingen.

1932 wurde dank einer privaten Schenkung das Vesperbild (Pietà) in die Mitte, in die Altarnische auf einen Ehrenplatz gestellt.

Einen grossen Beitrag für die umfassende Renovation der Kapelle erbrachte 2004 das Köhlerfest, ein Talanlass, welcher nun 2014 wiederholt wird.

André Schraner präsentierte zusammen mit der aus dem Entlebuch angereisten Doris Wicki das Köhler-Projekt 2014.

Sie ist europaweit für das traditionelle Handwerk tätig und wird in der Köhlerhütte Aufbau und Kohlfeuer vom 25. August bis zum 21. September 2014 überwachen.

Den Rundgang leitete Gemeinderätin Elisabeth Keller. Gemeindeammann Peter Weber führte nach der Gemeinde-Präsentation durch die Schulräume.

«Bildung macht Zukunft» stand in einem farbenfrohen Klassenzimmer mit «Voll-Ausrüstung». Aber nicht nur die öffentliche Infrastruktur ist massgebend für eine attraktive und auf hohe gewerbliche Autonomie ausgerichtete Gemeinde.

Wil darf sich sehen lassen mit Rebbau, vielseitiger Landwirtschaft, Schreinereien, Dorfladen, Metzgerei, zwei Gasthöfen, einer Bäckerei, weiteren KMU-Betrieben und 16 Dorfvereinen.

«Hier kostet Bauland zwischen 200 und 280 Franken pro Quadratmeter, und wer rundum schaut, kann eine intakte Landschaft sehen, sie begehen und erleben», betonte Weber.

Da hakte auch Thomas Vetter, Präsident des Jurapark Aargau ein, welcher die «grüne Schatzkammer zwischen den Agglomerationen» ins Zentrum rückte.

Bei der erfolgreichen Lancierung von Regionalprodukten lobte Vetter die einheimischen Akteure.