Zeichner und Musiker Gabriel Kramer ist ein «Chaisterchopf». Zumindest zu einem Teil. Hat er doch familiäre Wurzeln in «Chaiste».

«Meine Grosseltern hatten hier einen Bauernhof. In dem habe ich auch eine Zeitlang gewohnt», lacht der Künstler. Streicht seine dicken Locken über den Kopf – notabene auch ein Wiler und Laufenburger Kopf – zurück.

Im Mettauertaler Ortsteil Wil ist Kramer aufgewachsen, heute wohnt und lebt er in Laufenburg. Wo von so viel Kopf und Kaisten, beziehungsweise Chopf und Chaisten zu lesen ist, muss es auch einen Grund dafür geben. Selbstverständlich.

«Chaisterkopf – Chaisterwurzle» lautet der Titel von Gabriel Kramers kommender Ausstellung in der Galerie Mühle in, wie könnte es wohl anders sein, Kaisten.

Gezeigt werden Bilder und Zeichnungen. Deren Erschaffer Kramer wird an der Vernissage zudem auch sein musikalisches Können einmal mehr unter Beweis stellen. Dies für einmal nicht als Teil des bekannten Trios «Trionettlis».

Was er in musikalisch bieten wird, darüber schweigt er sich aus. «Sonst ist die Überraschung weg.» Recht hat er.

Während der Ausstellungssonntage 3,. 10., 17. Und 24. November wird Gabriel Kramer in der «Mühle» sein Können praxisnah unter Beweis stellen, dafür zu Stift und Papier greifen und «Chaister» und andere «Chöpfe« porträtieren.

Das politische Thema

Der «Chaisterchopf» ist noch mehr als «nur» der Kopf eines Kaisters. «Ich weiss dazu vom Hörensagen ein Geistergschichtli», schmunzelt Gabriel Kramer und erzählt: «Während der Härdöpfelfüürizyt so um 1860 sind in Kaisten ein Grossteil der Kartoffeln verfault.

Kaisten ging es finanziell nicht gut. Das benachbarte Laufenburg als Stadt mit einem eigenen Markt war da besser dran. Die Laufenburger handelten mit den armen Kaisten einen üblen Deal aus. Sie kauften den Kaistern für sehr wenig Geld ein begehrtes Waldstück ab, den Chaisterchopf. Der Geist jener Person, die den Deal ausgehandelt hat, soll bis heute auf dem Chaisterchopf herumspuken.»

Nach wie vor wurmt auch heute noch den einen oder anderen, meist älteren Kaister der Verlust des schönen Waldstückes. Insbesondere, weil die Laufenburger die damalige finanzielle Notlage von Kaisten ausgenutzt und den «Chaisterchopf» für wenig Geld in ihren Besitz brachten.

Die Idee für diesen Ausstellungstitel kam Kramer bei einem seiner unzähligen Spaziergänge über den «Chaisterchopf».

Begegnungen mit anderen Leuten in diesem beschaulichen Waldstück, die dazu gehörende Geschichte formte sich im Kopf des Künstlers und verwurzelten sich im Thema: «Chaisterchopf – Chaisterwurzle». Dem Kunstschaffenden Kramer geht es bei seiner neuen Ausstellung nicht ums Politische. Seine Zeichnungen, Karikaturen wie auch farbigen Acrylbilder, verfeinert mit Wachskreide widmen sich diversen Themen.

«In Kaisten möchte ich aber natürlich auch Bilder mit Bezug zum Dorf zeigen.» Dazu zählt selbstverständlich auch ein Gemälde mit dem viel zitierten «Chaisterchopf». Und dieser erhält bei Gabriel Kramer natürlich auch ein Gesicht. Was wäre ein Kopf ohne ein solches?

«Chaisterchopf-Chaisterwurzle» von und mit Gabriel Kramer. Mühle Kaisten. Vernissage, 2. November 17 bis 18 Uhr. Musikalische Umrahmung: Gabriel Kramer. Einführende Worte und ausführliche Wortspiele von Andreas Fröhlich. Öffnungszeiten: 3., 10., 17. und 24. November, jeweils von 14 bis 17 Uhr.