Die Fricktaler haben das Ferienangebot diesen Sommer bisher rege genutzt und waren buchungsfreudig. Doch wohin zieht es sie, wie buchen sie und wie lassen sie sich beraten?

Tiefere Preise für grosse Reise

Reisefreudige Fricktaler geben sich abenteuerlustig und suchen die grosse Weite. «Der grosse Renner sind zurzeit die USA und Kanada. Die Kunden profitieren von besonders günstigen Flügen aufgrund des tiefen Dollarkurses», erklärt Claudia Ehresheim, Filialleiterin von Knecht Reisen in Frick. So wurden diesen Sommer häufig Ferien in Kalifornien gebucht. «Viele Familien sind vom Pauschalarrangement weggekommen und haben sich jetzt einen Camper gemietet, um das Land selbstständig zu bereisen», so die Reisefachfrau.

Ebenfalls zu den Favoriten zählen zurzeit Ferien auf dem Kreuzfahrt-Schiff. Gegenüber dem Vorjahr hätten Buchungen für Kreuzfahrten diesen Sommer nochmals zugenommen, so Claudia Ehresheim. Die Kosten für die Kreuzfahrten seien gesunken und das Angebot auf den Schiffen sei bereits im Mittelklassenbereich sensationell. Dadurch habe sich auch das Image von Kreuzfahrtferien gewandelt, sodass sich eine breitere Bevölkerungsschicht dafür entscheide.

Bei Reisen innerhalb von Europa ist gemäss Claudia Ehresheim besonders die Südtürkei zur Trenddestination geworden. Dort seien vor einigen Jahren viele All-inclusive-Resorts gebaut worden, deren Preis-Leistungs-Verhältnis günstig ist.

Auf die Frage, ob die Fricktaler das krisengebeutelte Griechenland meiden, antwortet die Knecht-Filialleiterin: «Griechenland hat höchstens zugunsten der Südtürkei etwas abgenommen. Die Schuldenkrise war für die Fricktaler aber kein Grund, von Griechenland fernzubleiben.» Die Nachfrage für Reisen nach Ägypten sei diesen Sommer wieder gestiegen, nachdem letztes Jahr aufgrund der politischen Unruhen weniger Buchungen eingegangen waren. «Manche Kunden fragen schon, ob das Reisen in Ägypten sicher ist – wir können Entwarnung geben», so Ehresheim. Einzig die Nachfrage für Tunesien habe noch immer unter den politischen Veränderungen zu leiden.

Reisebüro bleibt attraktiv

Claudia Ehresheim stellt fest, dass viele Kunden nach wie vor Rat im Reisebüro suchen und betont, dass es durch die Vielzahl von Internetangeboten nicht zu Umsatzeinbussen gekommen sei: «Viele Kunden sind froh, wenn sie sich abends nach der Arbeit nicht durch einen Dschungel von Angeboten wühlen müssen und schätzen, dass wir ihnen helfen können, schnell das Richtige zu finden.» Dabei beobachte sie, dass auch jüngere Fricktaler nicht zwingend zu den Internetbuchungen ohne Beratung abwandern. So habe sie diesen Sommer Badeferien und Städtereisen für junge Kunden buchen können.

Interessant ist, dass auch der tiefe Eurokurs im grenznahen Deutschland nicht dazu führt, dass Fricktaler als Einkaufstouristen im Nachbarland buchen. Es ist sogar das Gegenteil der Fall: «Es gibt Deutsche, die zu uns fahren, um Reisen zu buchen, da wir teilweise sogar günstiger sind.» Grund: Knecht Reisen kann Arrangements aus der Eurozone zu tiefen Preisen einkaufen und somit die höheren Lohnkosten für die Reiseberatung kompensieren. «Bei uns läuft das Geschäft gut», sagt Claudia Ehresheim und freut sich, dass die Fricktalerinnen und Fricktaler auch diesen Sommer wieder fleissig Ferien in aller Welt gebucht haben.