Es hat sich im Fricktal schon bald ausgeklingelt. Zumindest öffentlich-stationär: Die Swisscom entfernt derzeit Telefonkabine um Telefonkabine. Wer nach ihnen sucht, der findet aktuell noch zehn funktionstüchtige Publifone in der Region. Kleiner Tipp: Fündig wird man noch in Olsberg, Möhlin, Magden, Kaiseraugst und Rheinfelden – hier dafür gleich fünffach.

Der Grund für die landesweite Publifon-Entsorgungs-Aktion: Kaum mehr jemand benutzt sie, die silbernen Geräte mit ihren roten Hörern. Oder wie es Max Raabe besingt: «Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich.» Esther Hüsler von der Swisscom-Medienstelle formuliert es diplomatischer: «Publifone werden heute kaum mehr genutzt, da fast alle ein Handy besitzen», sagt sie. Von 2004 bis 2016 sei die Anzahl Gespräche um 95 Prozent zurückgegangen. «Es gibt mehr als 1000 Kabinen, die über Tage hinweg unbenutzt bleiben», so Hüsler. Aktuell betreibt Swisscom schweizweit noch 1600 öffentliche Publifone; vor 20 Jahren, in der hohen Zeit der Publifone, waren es an die 16 000 gewesen.

Kabine für Standortmarketing?

Doch auch die verbleibenden Swisscom-Kabinen werden verschwinden – auch jene zehn im Fricktal. «Wir gehen davon aus, dass wir im Jahr 2019 alle Publifone zurückbauen», so Hüsler. Den Standortvermietern – meist sind dies die Gemeinden – bietet Swisscom dann jeweils an, die Kabinen kostenlos zu übernehmen. Viele nutzen dies – und nutzen die Kabine um. Als besonders beliebt erweist sich dabei die Umnutzung in einen Bücherschrank, aus dem sich jeder bedienen kann und in den jeder seine ausgelesenen Bücher stellen kann. Als Mini-Bibliotheken dienen alte Telefonzellen beispielsweise in Stein, Rheinfelden oder in Gipf-Oberfrick (im Bild). «Lesen ist träumen mit offenen Augen», wirbt da ein Aushang.

Welchen Traum sich die Gemeinde Mettauertal mit der Telefonzelle erfüllen wird, die sie übernommen hat, ist laut Gemeindeschreiber Florian Wunderlin noch nicht ganz klar. Zurzeit stehe die Telefonkabine noch leer, sagt er. «Ich gehe aber davon aus, dass der Gemeinderat bis etwa Ende Oktober über die zukünftige Nutzung entscheiden wird und die Umsetzung bis voraussichtlich Ende Jahr erfolgt.» Eine Option ist, sie für das Standortmarketing einzusetzen. Damit es bei potenziellen Zuzügern klingelt.