Gipf-Oberfrick
Der Bauerndorfcharakter soll auch weiterhin spürbar bleiben

Die Revision der Ortsplanungs in der 3500 Einwohner starken Gemeinde Gipf-Oberfrick startet mit einer umfangreichen Bevölkerungsumfrage. Damit soll der Puls der Bevölkerung gespürt werden. Die Auswertung der Umfrage fliesst in Planungen mit ein.

Susanne Hörth
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Frau Gemeindeammann Regine Leutwyler und Gemeinderat Jos Bovens mit einer aktuellen Flugaufnahme von Gipf-Oberfrick.

Frau Gemeindeammann Regine Leutwyler und Gemeinderat Jos Bovens mit einer aktuellen Flugaufnahme von Gipf-Oberfrick.

Susanne Hörth

Das einstige Bauerndorf Gipf-Oberfrick verzeichnet in den vergangenen 20 Jahren ein Bevölkerungswachstum von mehr als 60 Prozent. «Heute zählt die Gemeinde über 3500 Einwohner», so Frau Gemeindeammann Regine Leutwyler.

Im alten, rund zehnjährigen Leitbild der Gemeinde hatte man für 2025 noch die 4000-Grenze anvisiert. Diese Zahl dürfte mit grosser Wahrscheinlichkeit vorher erreicht sein. Alleine im zurückliegenden Jahr konnten 315 Neuzuzüger begrüsst werden. Abzüglich der Wegzüger waren es unter dem Strich immer noch gut 150 neue Gipf-Oberfricker. «Wir streben ein moderates Wachstum an», so der für die Raumplanung zuständige Gemeinderat Jos Bovens.

Bedürfnisse der Bevölkerung

Für die weitere Dorfentwicklung steht nun die Revision der Ortsplanung (Bau- und Nutzungsordnung, Bauzonenplan und Kulturlandplan) an. Im November 2013 hat der Souverän dafür 350 000 Franken gutgeheissen.

Für die schrittweise Umsetzung der Revision wird auch die Bevölkerung in mehreren Mitwirkungen die Möglichkeit haben, sich einzubringen. Als Erstes hat nun der Gemeinderat in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Metron AG, Brugg, eine Umfrage erarbeitet.

«Wir haben vor gut zwei Wochen über 3000 Umfragebögen versandt», so Regine Leutwyler. Damit auch die Jugend - «Sie ist unsere Zukunft» - berücksichtigt ist, sind die Einwohner ab 16 Jahren zur Umfrage eingeladen worden. «Der Rücklauf ist sehr gut», freut sich Regine Leutwyler über Interesse und ergänzt, dass das Umfrageende auf den 14. September festgesetzt worden ist.

Die Bevölkerung hat nun die Möglichkeit, sich zu allen für sie relevanten Belange der Dorfentwicklung zu äussern. Das betrifft nicht nur die raumplanerische Entwicklung. Es geht auch um Bedürfnisse des Lebens und Wohnens. Dazu zählt, welche Art von Neubauten es braucht, wie die Dienstleistungen im Dorf sind, ob eine Fusion mit einer Nachbargemeinde angestrebt werden müsste und vieles mehr. Ideen und Wünsche, Anliegen und Vorstellungen sind ebenso gefragt. Es sei ein sehr umfangreicher Fragebogen, sind sich die Gemeinderäte bewusst. Sie haben deshalb der Bevölkerung auch signalisiert, dass sich diese auf die aus ihrer Sicht wichtigen Fragen beschränken können.

Wenn zeitlich möglich, so soll die erste Auswertung der Bevölkerungsumfrage am 22. Oktober, dann trifft sich die seit diesem Jahr im Einsatz stehende 13-köpfige Ortsplanungskommission zu ihrer nächsten Sitzung – in die weiteren Abklärungen einfliessen. «Das erste konkrete Papier, welches wir dann als Nächstes in der Hand haben wollen, ist das kommunale Entwicklungsleitbild», erklärt Jos Bovens. Danach soll das räumliche Gesamtkonzept mit den drei Pfeilern Verkehr, Landschaft und Siedlung erarbeitet werden. Bestandteil der einzelnen Planungsabschnitte ist auch immer die Bevölkerungsmitwirkung. Das Endziel «sofern alles auch wirklich reibungslos verläuft», so Bovens, sei an der Wintergemeindeversammlung 2017 die Revision Nutzungsplanung zur Beschlussfassung vorlegen zu können.

«Wir wollen bei allen Planungen die Qualität, was Wohnen und Leben anbetrifft behalten. Der Bauerndorfcharakter des Bauerndorfes von einst soll auch weiterhin spürbar bleiben», so Regine Leutwyler.