Fricktal

Der Bau kann auf den Winter verzichten

Kein Schnee in Sicht: Aufgrund der milden Witterungsverhältnisse ist das Bauprojekt «ob em Dorf» im Gänsacker in Frick dem Zeitplan bereits voraus. Dennis Kalt

Kein Schnee in Sicht: Aufgrund der milden Witterungsverhältnisse ist das Bauprojekt «ob em Dorf» im Gänsacker in Frick dem Zeitplan bereits voraus. Dennis Kalt

Die Bauunternehmen profitieren bei ihren Arbeiten von der derzeit milden und schneelosen Witterung.

Der Winter meint es derzeit nicht gut mit den Anhängern weisser Winterlandschaften und den Fans von Schneeballschlachten. Hingegen hat die Baubranche nicht viel an diesem bislang viel zu milden Winter zu mäkeln. Im Gegenteil: «Wir haben eine sehr hohe Produktivität und konnten in diesem Winter bis jetzt voll durcharbeiten», sagt der Geschäftsführer der Obrist Bauunternehmung AG, Marco Bieri.

Auch der Erne Bauunternehmung AG kommen die warmen Temperaturen entgegen: «Wir sind bei keinem Bauprojekt im Rückstand, was mitunter auch an den Witterungsbedingungen liegt», sagt die Marketingleiterin Olivia Pulver. Die Wohnüberbauung «ob em Dorf» im Gänsacker in Frick, die von der Rheinfelder Rudolf Vogel Immobilien AG realisiert wird, ist sogar schon dem Zeitplan leicht voraus: «Das hat sicherlich auch mit dem Wetter zu tun», sagt der Projektleiter Robert Eng, fügt jedoch relativierend hinzu, dass man spezifische Arbeiten wegen guten Wetters nicht vorziehen könne, da die Abläufe bei der Erstellung eines Gebäudes gegeben seien und ein Schritt dem anderen folge.

Strikter Zeitplan im Winter

Sowohl Erne, Obrist als auch die Rudolf Vogel AG setzen sich im Winter einen strikten Zeitrahmen, bei dem sie davon ausgehen, dass alles «normal verläuft». «Wir wissen, dass es im Winter Tage geben kann, an denen es nicht möglich ist, zu arbeiten», sagt Pulver und meint, dass diese in den letzten Jahren zunehmend seltener geworden seien.

Temperaturen knapp über null Grad sind noch unkritisch, weiss Bieri. So haben sich Materialien und Techniken weiterentwickelt: «Wir können beispielsweise noch bis zu minus fünf Grad betonieren.» Klar ist jedoch, dass auch der Faktor Mensch von den Temperaturen abhängig ist: «Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ist ein Bauarbeiter einfach nicht mehr in der Lage, einhundert Prozent seiner Leistung abzurufen», sagt Bieri.

Aber welche Nachteile entstehen konkret bei einem kalten Winter mit viel Schnee? «Wenn viel Schnee auf der Baustelle liegt und wir erst kehren müssen, bevor wir mit den eigentlichen Arbeiten beginnen können, kostet das natürlich sehr viel Zeit», erklärt Pulver.

Bei extrem tiefen Temperaturen ist vor allem der Tiefbau betroffen: «Wenn die Böden einmal gefroren sind, dann machen Aushebungen natürlich wenig Sinn», sagt Eng. Weiter würden sich die Ausschalzeiten und Isolationsarbeiten verlängern. Ebenso steigt die Gefahr von Rohrbrüchen: «Wenn der Boden gefriert und wieder auftaut, dann bewegt er sich», erklärt Pulver.

Einig sind sich die drei Unternehmen in einem Punkt: «Wir hoffen, dass der Winter auch weiter so mild verläuft.»

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