«Wir sind schon lange an dem Projekt dran, das ist ein wichtiger Beschluss», strahlte der Rheinfelder Stadtammann Franco Mazzi, als ihm Oberbürgermeister Klaus Eberhardt aus der deutschen Nachbarstadt gestern Freitag im Rathauskeller eine frohe Botschaft nach einem Entscheid des badischen Gemeinderats vom Vorabend überbrachte: «Wir wollen das Bauprojekt eines neuen Rheinstegs vorbereiten und im Rahmen eines planerischen Wettbewerbs 2014 konkretisieren.»

Eberhardt geht dabei von einem Kostenrahmen von 6 Millionen Euro aus, teilweise mitfinanziert durch baden-württembergische Landesgelder. Zum Realisierungszeitraum meint er: «Bis 2018 müsste die Brücke erreichtet sein.» Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass die Internationale Bauausstellung Basel (IBA) 2020 ebenfalls Fördergelder für die Region auslösen kann.

Dass die Standortfrage auch auf deutscher Seite noch nicht geklärt ist, überrascht den Schweizer Rathauschef nicht: Franco Mazzi machte gleich eines deutlich, nämlich dass ein neuer Rheinübergang erforderlich sei, und er blickt dabei auf die Geschichte zurück. Denn der alte Eisensteg beim ehemaligen Kraftwerk ermöglichte es, dass zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts viele Schweizer in der neu aufblühenden Industrie auf der deutschen Rheinseite auch Arbeit fanden.

Mit Blick auf den anvisierten Stegneubau erwartet Stadtammann Mazzi «einen wieder zu optimierenden Rheinuferrundweg und damit eine touristische Bereicherung für die ganze Region». Und weiter: «Der Entscheid des Gemeinderats in der badischen Nachbarschaft erscheint mir in der Tat wie ein Weihnachtsgeschenk.

Diese Stimmung nimmt auch Oliver Tschudin auf, seit 8 Jahren als Stadtrat und Bauminister im schweizerischen Rheinfelden unter anderem für grenzüberschreitende Planungen zuständig. Zum Jahresende scheidet er allerdings aus der Behörde aus, freute sich gestern Freitag jedoch über den Entscheid der deutschen Nachbarn für den neuen Rheinsteg: «Das hätte zu meinem Abschied nicht besser sein können, aus städteplanerischer Sicht brauchen wir solch einen neuen Rheinübergang», so seine Überzeugung.

Man dürfe nicht nur von Ufer zu Ufer denken, sondern müsse auch über die Brückenköpfe hinaus eine Anbindung der Siedlungen berücksichtigen, rät Bau- und Planungsexperte Oliver Tschudin.

Ideenwettbewerb als Ansatz

Stadtammann Mazzi hält es für richtig, einen Ideenwettbewerb zu organisieren und erhofft sich aus den Fragestellungen die «besten Lösungen durch die Eingaben für unser grenzüberschreitendes Projekt». Zur Standortfrage für das neue Brückenprojekt wollte und konnte auch er sich nicht äussern, ebenso wenig, wie Oberbürgermeister Eberhardt, der fast schon philosophierend von einem «Suchraum flussabwärts» sprach.

Gleichzeitig deutete er darauf hin, die «Energielandschaft Rhein» in der Region zu verankern und auch im Sinne von Naherholung touristische Anziehungspunkte beiderseits des Rheins zu markieren. Im Projekt Rheinsteg sieht der Oberbürgermeister übrigens eine Aufgabe beider Rheinfelden, «sich verstärkt als eine Gemeinschaft mit gemeinsamen Aufgaben zu verstehen».