Der Stadtrat solle die Idee einer Fussgängerunterführung unter der Kantonsstrasse und der Bahnlinie hindurch «seriös prüfen». Dies fordern Laufenburger Lokalpolitiker (az von gestern). Hintergrund der Idee: Die Passerelle, die Schülern ermöglichte, die viel befahrene Winterthurerstrasse (K130) sicher zu überqueren, wurde durch einen Crash zerstört.

«Grösstmögliche Sicherheit»

Bisher war die Idee beim Kanton kein Thema, wie Daniel Schwerzmann, Unterabteilungsleiter Verkehrsmanagement, auf Anfrage erklärt. Im Rahmen der Projektentwicklung für die Sanierung der Kantonsstrasse sei das Anliegen von der Stadt Laufenburg nicht eingebracht und eine Unterführung im Projekt deshalb auch nicht weiter verfolgt worden, so Schwerzmann. «Dies kann aber auch damit zusammenhängen, dass kein Bedarf bestand, da ja die Überführung existierte.»

Grundsätzlich, so Schwerzmann weiter, seien Unterführungen bei Kantonsstrassen denkbar, wenn – neben der baulichen Machbarkeit –  weitere Bedingungen erfüllt seien: «Das Querungsbedürfnis und die Fussgängerfrequenzen müssen nachgewiesen sein und die Unterführung muss in der Wunschlinie der Fussgänger liegen. Ist dies nicht der Fall, besteht die Gefahr, dass die Unterführung aufgrund der längeren Wege von den Fussgängern nicht akzeptiert wird.» Ob diese Bedingungen in Laufenburg erfüllt wären, konnte Schwerzmann aus dem Stegreif nicht beantworten.

Als Vorteile von Fussgängerunterführungen nennt er zwei Aspekte, die auch die Laufenburger Befürworter ins Feld führen: «Eine Unterführung bietet die grösstmögliche Sicherheit für die Fussgänger und der Autoverkehr verläuft ohne Fussgängerstreifen flüssiger.» Allerdings seien Bau- und Unterhaltskosten von Unterführungen auch «in einer anderen Dimension» als bei anderen Querungshilfen. Kurz: «Kanton und Gemeinde müssen sich immer auch die Frage stellen: Ist diese Variante verhältnismässig?»

Projekt würde verzögert

In Laufenburg ist die Planungsphase der Sanierung der K130 abgeschlossen. «Die Projektauflage wurde durchgeführt, wir sind nun im Landerwerbsverfahren», so Schwerzmann. Dort sind noch Einsprachen hängig, doch wenn diese geklärt sind, wolle man zügig die Ausschreibung der Bauleistungen machen und mit der Umsetzung beginnen. Derzeit hat man einen Baubeginn im Jahr 2018 im Visier.

Die Idee der Unterführung kommt dabei nicht unbedingt gelegen. Denn: «Dafür wäre eine Überarbeitung und Neuauflage des Bauprojekts nötig, das würde uns wieder um mehrere Jahre zurückwerfen», so Schwerzmann. Er sagt allerdings auch: «Der Kanton würde sich einem Gespräch sicher nicht verweigern, sollte das Anliegen an ihn herangetragen werden.» Eines ist für ihn aber klar: «Der Anstoss muss von der Gemeinde kommen.»