Seit dem letzten Auftritt von Endo Anaconda in Frick ist einiges passiert. 2015 ist der Tonträger «Alterswild» und das Buch «Sofareisen» mit Kolumnen von der Welt erschienen, im selben Jahr hat er für sein künstlerisches Schaffen den Musikpreis des Kantons Bern erhalten – eine Auszeichnung, die ihn zwar nicht unbedingt zum Staatskünstler gemacht, jedoch ins Emmental verschlagen hat. Dorthin, in den «Chrachen, wo die Leute wenig, aber herzlich reden», habe er sich zurückgezogen, sagte er in Fricks Monti. Und jetzt lebe er dort alleine, immerhin mit zwei Schneeschaufeln vor der Haustür, damit er «paarschippen» kann.

Endo Anaconda, mit bürgerlichem Namen Andreas Flückiger, hat die 60 überschritten, hat 27 Jahre als Frontmann von Stiller Has in den Beinen, aber Rückzug scheint es für ihn nicht zu geben. Im Gegenteil: In Kürze kommt er mit einem neuen Tonträger von Stiller Has um die Ecke, «Endosaurusrex» heisst er, was ja prima zu Frick passt, wegen der Saurier, «obwohl manche meinen, ich sei ein Mammut». Freunde von Stiller Has müssen sich also noch etwas gedulden, die paar wenigen Wochen werden sie wohl noch durchhalten, sowieso, wer am Mittwoch im Konzert war. Das Anaconda nur mit dem Pianisten (und auch Preisträger) Roman Wyss gegeben hat.

Im Sack hatten sie viel Bekanntes aus der «Stille Has»-Discografie, mit dabei war aber auch das eine oder andere neue Lied. So blieb es spannend, wie das Duo die beiden Sets vor und nach der Pause bestückte. Der «alte Has» (Anaconda über sich selber) war alles andere als flügellahm, wenngleich seiner Stimme ab und an das Volumen entglitt, aber die Luft war ja trocken und ständig nur trinken ging nicht. Obwohl schon seit 27 Jahren auf der Bühne, sei er immer noch nervös, wenn er diese betrete, liess er wissen. Es falle übrigens wahrscheinlich auch auf, dass er die Texte ablesen müsse, «andere haben eine App, aber ich habe mir das Wichtigste notiert: einschnaufen, ausschnaufen».

Vieles musste er nicht ablesen, Liedzeilen wie «Es gibt kein Rezept zum Aussterben» oder «Ich bin der Kummer, der vergangen ist» hat er sich einverleibt. Dem Publikum servierten Anaconda und Wyss eine bunte Palette an Balladen, Trauerspielen, fröhlichem Rock und Mutmacherliedern, gelegentlich mit doppeltem Boden oder gar keinem, leicht surreal verkrümmt, aber immer mit einem unvergleichbaren Sprachwitz. Ein kleines, aber feines Konzert, das Lust auf mehr gemacht hat. Auf «Endosaurusrex» zum Beispiel.