Fricktal

Der 25-jährige Sozialpädagoge will die Position der Jugendseelsorge festigen

Yannick Müller arbeitet seit Januar für die Jugendseelsorge Fricktal.

Yannick Müller arbeitet seit Januar für die Jugendseelsorge Fricktal.

Yannik Müller will den Stellenwert der Jugendseelsorge für die Pfarreien stabilisieren. Er fände es schade, würden die Pfarreien darauf verzichten. Die Jugenseelsorge sorge für Austausch, Freundschaften und Selbsterfahrung.

Der Austritt der Kirchengemeinde Möhlin ist beschlossene Sache. Zur Diskussion steht derzeit die Schaffung mehrerer Pastoralräume mit eigenem Jugendkonzept. Die Jugendseelsorge (Juseso) steht vor einer ungewissen Zukunft. Im Januar ist der 25-jährige Sozialpädagoge Yannick Müller als Steuermann zur Juseso hinzugestossen, um in seiner Position als Jugendarbeiter und Teil des Geschäftsteams das Jusesoschiff auf Kurs zu halten.

«Es ist klar, dass wir gegenüber unseren Gönnern, den Kirchengemeinden, zur Transparenz verpflichtet sind», sagt er. So müssen beispielsweise Projekte dokumentiert und die Kirchenpflegen über diese informiert werden. Im gleichen Atemzug moniert er jedoch, dass es nicht sein könne, dass man sich für jeden einzelnen Franken rechtfertigen müsse.

Qualität als Erfolgkriterium

Ein Problem sei auch, dass die Kirchengemeinden den Erfolg der finanzierten Projekte oftmals nur anhand von quantitativen Kriterien festmachten: «Die Personen in der Kirchenpflege sehen oftmals nur die nackten Zahlen – die Anzahl der Projektteilnehmer», sagt der gebürtige Zuzger und schiebt nach, dass der Erfolg eines Jugendprojektes auch mindestens im gleichen Mass von qualitativen Kriterien abhinge: «Selbsterfahrung, sozialer Austausch, Freude und Begeisterung sind wichtige Ziele, die wir mit unseren Projekten verfolgen», nennt Müller und sieht es als seine Pflicht an, diese den Gremien der Kirchengemeinden klarzumachen.

Weiter fresse die Öffentlichkeitsarbeit gegenüber der Kirchenpflege viel Zeit für eine seiner Hauptaufgaben: dem Organisieren von Reisen und Veranstaltungen. So steht für das Juseso-Team Ende März das Ostertreffen mit der Pfarrei Rheinfelden-Magden-Olsberg auf dem Programm, eine Reise in das französische Taizé und die Teilnahme am Weltjugendtag in Krakau.

Im Jahresmottoprojekt der Juseso verbindet Müller das Kreative mit dem Sozialen: «Wir werden im Sommer mit Jugendlichen nach Basel in ein Asylauffangzentrum gehen, um ein Spielprogramm für die dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen zu organisieren.» Ziel soll es hierbei sein, Berührungsängste abzubauen und Vorurteile auszuräumen.

«Wir stehen zwischen den Jugendlichen und den Pfarreien und nehmen eine Vermittlungsrolle ein. Manchmal können da gewisse Spannungen auftreten», sagt Müller. Nichtsdestotrotz bezeichnet er das Verhältnis zu den meisten Pfarreien als vertrauensvoll. «In Gesprächen werden wir als gleichwertig, jedoch nicht als gleichartig angesehen», sagt Müller und begründet dies damit, dass der Zugang der Juseso zu den Jugendlichen ein ganz anderer sei als derjenige der Kirche: «Wir nähern uns den Jugendlichen eher auf einem sozialpädagogischen Weg an und versuchen über diesen Beziehungen zu ihnen aufzubauen, christliche Werte zu vermitteln, Orientierung zu geben und Sinn zu stiften. Bei den Pfarreien sind im Umgang mit den Jugendlichen natürlich theologisch-liturgische Aspekte etwas zentraler.»

Wo die Reise hingeht

Wie die Juseso in ein paar Jahren aufgestellt sein wird, kann Müller nur vermuten. Eins ist für den kirchlichen Jugendarbeiter sicher: «Uns wird es auch in Zukunft geben, wenn auch in weiterentwickelter Form.»

So wird zurzeit an einem neuen Konzept gearbeitet, inwiefern regionale Jugendarbeit auch in den neuen Pastoralräumen gewährleistet werden kann.

Mehr als schade wäre für Müller eine Auflösung: Die Juseso bringt Jugendliche aus verschiedenen Pfarreien zusammen, sorgt für Austausch, Freundschaften und Selbsterfahrung. Dass die Pfarreien auf diesen Mehrwert nicht verzichten sollten, ist für ihn so sicher wie das Amen in der Kirche.

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