Super-Wahlwochenende

Bleibt Reimann Nationalrat? Wer wird Ammann? Wahlen bieten im Fricktal viel Spannung

In vier Gemeinden finden Wahlen und Abstimmungen statt. Ausserdem stellt sich die Frage, ob das Fricktal weiterhin im Nationalrat vertreten bleibt.

In zwei Wochen kommt es im Fricktal zu einem Super-Wahlwochenende. Neben den National-, Ständerats- und Regierungsratswahlen kommt es in fünf Gemeinden zu Ersatzwahlen in den Gemeinderat.

Zudem werden drei Gemeinde- und Vizeammänner gewählt. Hinzu kommt in Rheinfelden die Referendumsabstimmung über den Rheinsteg; die Diskussionen darüber, ob es den 12,65 Millionen Euro teuren Rheinübergang wirklich braucht, laufen in der Stadt seit Wochen auf Hochtouren.

Die Chancen, dass das Fricktal «seinen» Nationalratssitz – seit 1987 politisiert Maximilian Reimann für das Fricktal in Bern – behält, sind, glaubt man den Politauguren, nicht allzu hoch.

Reimann tritt zwar erneut an, diesmal allerdings nicht auf der SVP-Liste, sondern mit der eigenen Liste, dem Team65+. Ob seine Liste die für einen Sitz nötigen 5,9 Prozent der Stimmen macht, ist laut Politbeobachtern fraglich.

Offen ist ebenfalls, ob ein allfälliges Überhangmandat an sein Team geht oder an einen anderen Partner in der Listenverbindung; im rechtsbürgerlichen Lager haben sich SVP, FDP, EDU und Team 65+ zu einer Listenverbindung zusammengeschlossen.

Bei den Ständerats- und Regierungsratswahlen hat das Fricktal nichts zu bestellen – schlicht deshalb, weil kein Fricktaler kandidiert. Allerdings sitzt mit Alex Hürzeler (SVP) bereits ein Fricktaler im Regierungsrat.

Spannung verspricht die Ersatzwahl in Schupfart. Hier werden zwei Gemeinderäte sowie der Vizeammann gewählt – und die Gemeinde hat, dies ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich, mehr Kandidaten als Sitze.

Es kommt also zu einer Kampfwahl um die beiden Gemeinderatssitze. Lust auf Gemeindepolitik haben Christoph Eichenberger, Fabian Leubin und Renate Leubin-Senn. Nötig wurde die Ersatzwahl, da Vizeammann André Steinacher und Gemeinderätin Verena Kläusler zurücktraten.

Deshalb kommt es in zwei Wochen auch zu einer Ersatzwahl des Vizeammanns. Um diesen Posten bewirbt sich Thomas Kyburz, der seit 2017 im Gemeinderat sitzt. «Das können wir toppen», werden nun die Zeiher denken.

Zu Recht, denn hier buhlen nicht weniger als vier Personen um einen freien Sitz. Auf dem Stuhl von Patrik Meier, der seit 2009 im Gemeinderat sitzt und seit 2014 Vizeammann ist, möchten Nathalie Deiss (FDP), Fabian Hossli Heinzer, Adrian Neuhaus und Hans Spörri Platz nehmen. Als Vizeammann stellt sich Michel Dietiker zur Wahl.

Auch in Stein kommt es zu einer Kampfwahl. Am Sitz von Walter Zumstein, der seit 2002 im Gemeinderat sitzt und hier auch viele Jahre als Vizeammann gewirkt hat, haben Sabine Datz-Spuhler und Vanik Kaufmann Interesse.

Einen gewichtigen Rücktritt muss Wegenstetten verschmerzen: Gemeindeammann Willy Schmid gab an der Juni-Gemeindeversammlung seinen Rücktritt auf Ende Jahr bekannt – nach 22 Jahren im Gemeinderat.

In den Gemeinderat zeiht es Christoph Schreiber, als neuer Gemeindeammann bewirbt sich Felix Wendelspiess, der bisherige Vizeammann. Einen neuen Gemeinderat sucht auch Schwaderloch, wo Marta Neukom zurücktritt.

Und auch aus Schwaderloch gibt es gute Nachrichten: Mit Dominic Häfeli steht ein Kandidat bereit, das Amt zu übernehmen. Damit scheint die Zeit, als die Gemeinden händeringend nach Papabili suchten und erste Wahlgänge landauf, landab ergebnislos verliefen, zumindest für den Moment vorbei.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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