Frick
Den Geschäften laufen wegen Kreiselneubau die Kunden davon

In Frick wird der Kreisel beim Knoten Bahnhofstrasse/Hauptstrasse neu gebaut. Die neue Verkehrsführung sorgt dafür, dass viele Frick meiden und anderswo einkaufen. Die betroffenen Geschäfte rechnen mit massiven Umsatzeinbussen.

Werner Hostettler
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Flaute an und in den Fricker Kassen: Nicht nur Verkaufsgeschäfte beklagen Umsatzeinbussen von bis zu 20 Prozent.

Flaute an und in den Fricker Kassen: Nicht nur Verkaufsgeschäfte beklagen Umsatzeinbussen von bis zu 20 Prozent.

Werner Hostettler

Der Kreiselneubau löst weitere lebhafte Diskussionen aus, der Bericht «Dann müsste die Polizei antreten» (az Aargauer Zeitung, 25. August). Eine der zentralen Fragen ist die, in welcher Höhe die betroffenen Geschäfte eine Umsatzeinbusse zu verkraften haben.

Markus Bachmann, Geschäftsführer Binkert AG, Bébéhaus und Spielwaren, zur Frage der az, ob auch er sich als Folge der Verkehrsführung im Zusammenhang mit dem Kreiselneubau mit Umsatzeinbussen konfrontiert sehe: «Ja natürlich, ganz klar.» Die Gründe sieht er in der «ebenso unübersichtlichen und unklaren wie gefährlichen Verkehrsführung, mit der ich überhaupt nicht einverstanden bin.» Die Wartezeiten seien viel zu lang: «Viele unserer Kunden kommen nicht mehr, weil sie nicht so lange in der Schlange anstehen wollen.»

Markus Bachmann blickt aber auch mit einiger Besorgnis nach vorn: «Derzeit haben wir noch eine eigentlich ruhige Phase, doch frage ich mich, was während der Stosszeiten im November und Dezember passiert.» Er rechne jedenfalls mit einer Umsatzeinbusse von bis zu 20 Prozent, wenn die Verkehrsführung während der Vorweihnachtszeit so bleibe wie heute.

Einbussen bis zu 20 Prozent

«Einen solchen Samstag wie den Letzten habe ich hier in Frick noch nie erlebt», stellt Thomas Nadler, Leiter der Migros-Filiale, fest: «Es war wirklich nichts los.» Was im Klartext heisst: «Auch wir haben mit zum Teil massiven Umsatzeinbussen zu rechnen, diese dürften in der Grössenordnung von gegen 20 Prozent liegen. Oder anders gesagt verlieren wir nicht nur Kunden, sondern auch Frequenzen.»

Den Hauptgrund sieht Thomas Nadler darin, dass «nicht wenige motorisierte Kunden wegen der Verkehrsführung und Signalisation überfordert und verunsichert sind und daher Frick meiden, also anderswo einkaufen.» Hans-Ulrich Rufer von der Löwen-Apotheke gleich nebenan spricht wohl auch von «einem gewissen Kundenrückgang», aber: «Dieser hält sich bei uns in Grenzen.» Die Apotheke verfüge wohl über Parkplätze, aber: «Einige Kunden kommen deshalb nicht, weil sie wegen der engen Raumverhältnisse Angst vor dem rückwärts Wegfahren haben.»

Die andere Nebenwirkung

Das Löwen-Team sieht sich aber noch mit einer anderen «Nebenwirkung» der Verkehrsführung konfrontiert: «Es kommen immer wieder Leute zu uns, die wissen wollen, ab, wo nun eigentlich das Postauto fährt.»

Eine Auswirkung der Verkehrsführung kann auch Coop nicht abstreiten, wie Noemi Wannenmacher, Mediensprecherin Coop Region Nordwestschweiz, bestätigt: «Wenn sich im Nahbereich einer unserer Filialen eine Baustelle befindet, dann spüren wir das immer, ganz klar.» Zahlen über die Höhe der Umsatzeinbussen werden aber bei Coop nicht kommuniziert. Diese dürften sich aber in der Grössenordnung von denjenigen der Migros bewegen.

Von einer Umsatzeinbusse von «rund 20 Prozent» spricht auch Lars Laier vom Hotel Platanenhof: «Einen Rückgang verzeichnen wir vorab über die Mittagszeit, denn nicht wenige unserer Gäste wollen nicht einfach eine Viertelstunde in der Kolonne stecken, dann aus Zeitmangel schnell das Essen zu sich nehmen und dann auch auf der Rückfahrt nochmals eine Viertelstunde verlieren zu müssen.»

Einen «merklichen Rückgang der Kundenfrequenzen in der Geschäftsstelle Frick» stellt die Raiffeisenbank Regio Frick fest, wie Alfons Kainz, Vorsitzender der Bankleitung, auf Anfrage der az Aargauer Zeitung bestätigt und ergänzt: «Wir haben bisher aber noch nicht im Detail nachvollziehen können, wohin ausgewichen wird.»