Kaiseraugst

Den Anwohnern stinkts: Happige Vorwürfe gegen Recyclingfirma

Vorwürfe an die Thommen AG: Explosionen und Luftverschmutzung.

Vorwürfe an die Thommen AG: Explosionen und Luftverschmutzung.

Eine Arbeitsgruppe hat bei der Gemeinde eine Petition eingereicht mit Unterschriften von über 500 Einwohnern. Sie fordern, dass die Recyclingfirma Thommen AG ihre Emissionen halbiert.

Eine Arbeitsgruppe um den pensionierten Zahnarzt Peter Wiehl erhebt happige Vorwürfe gegen die Recyclingfirma Thommen AG: Auf dem Gelände gäbe es «Explosionen», welche «die Häuser erschüttern». Die Staubwolken, die bei der Sortierung und Behandlung der wiederverwertbaren Abfälle entstünden, legten sich ausserdem je nach Windrichtung «als Niederschlag auf die verschiedenen Wohngebiete von Kaiseraugst». Dies stösst der Arbeitsgruppe sauer auf. Sie hat am Montag eine Petition auf der Gemeindekanzlei eingereicht. Unterschrieben haben 506 Einwohner sowie 29 auswärtige Personen.

Darin fordert die Arbeitsgruppe die Thommen AG auf, ihre «umwelt- und gesundheitsschädigenden Belastungen» innerhalb der nächsten drei Jahre zu halbieren. Laut der Petition nehme die Lebensqualität in Kaiseraugst bereits seit Jahrzehnten ab – zu einem wesentlichen Teil sei die Thommen AG, die ihren Sitz seit über 60 Jahren im Zentrum der Gemeinde hat, dafür verantwortlich.

Schwieriges Ziel

Seit mehr als fünf Jahren beschäftigt sich die die Arbeitsgruppe um Wiehl damit, die Wohn- und Lebensqualität in Kaiseraugst zu verbessern. «Die jetzige Situation ist nicht mehr tolerierbar», schreibt Wiehl in seiner Petition.

Laut Peter Schmid, Liegenschaftsverwalter der Thommen AG, und Patrick Härtsch, Finanzchef des Unternehmens, werden laufend Massnahmen zur Lärmreduktion realisiert. Dazu gehören beispielsweise Lärmschutzwände, die um den Schredder herum gebaut wurden. Alleine im letzten Jahr hat die Thommen AG laut Härtsch eine halbe Million Franken in solche Massnahmen investiert. «Ob es möglich ist, den Lärm einer Recyclingfirma so stark einzudämmen, wie es die Petition verlangt, muss geprüft werden», so Schmid.

Es sei nicht zu vermeiden, dass etwa ein Schredder laute Geräusche mache bei der Arbeit. Ein Standortwechsel an einen weniger belebten Ort der Gemeinde ist laut Schmid und Härtsch nicht komplett abwegig. Dieses Vorhaben gestalte sich aber schwierig, da der Platz im Industriegebiet, der für die Thommen AG infrage kommen könnte, zu klein ist. Zudem würde der Umzug von der Planung bis zur Durchführung laut Härtsch gut zehn Jahre dauern und zwischen 60 und 70 Millionen Franken kosten.

Regelmässige Prüfungen

Zum Vorwurf, die Staubemission der Thommen AG sei hoch, hält Schmid fest, dass die Abluft, die beim Arbeiten auf dem Platz entstehe, alle drei Jahre amtlich geprüft werde. Hier sei seit Messbeginn noch nie etwas beanstandet worden. Nun werde der Kanton auch anfangen, die Umgebungsluft im Quartier auserhalb des Schrottplatzes zu messen. Hier werden aber in frühestens einem Jahr Ergebnisse vorliegen.

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