Herznach

Dem Sommernachts- und Güggelifest fehlen die Organisatoren

Der VMC Herznach hat immer noch seine erste Standarte aus dem Jahr 1920.

Der VMC Herznach hat immer noch seine erste Standarte aus dem Jahr 1920.

Dem Velo- und Motoclub, der das Sommernachts- und Güggelifest organisiert, fehlt es an Aktivmitgliedern. Der beinahe 100-jährige Verein zählt nur noch 14 Nasen. Doch ohne Aktivmitglieder kann es auch keine Anlässe mehr geben.

«Wir werden wahrscheinlich viele Festbesucher enttäuschen», sagt Margrit Herrmann, Präsidentin des Velo- und Motoclubs Herznach. Doch die Generalversammlung hat beschlossen, sowohl das kombinierte Sommernachts- und Güggelifest als auch das Treberwurstessen aufzugeben. Die Generalversammlung hat vor wenigen Tagen einen entsprechenden Beschluss gefasst. Dieser sei keineswegs leicht gefallen, doch angesichts der Ermüdungserscheinungen bei den noch verbliebenen 14 Aktivmitgliedern sei dies verständlich, sagt Margrit Herrmann zur az. Der Velo- und Motoclub (VMC), der 2015 das 100-Jahr-Jubiläum feiern kann, leidet seit Jahren an Mitgliederschwund. Margrit Herrmann, die bei der Präsidentenvakanz vor gut zwei Jahren sich für eine kurzfristige Übergangszeit zur Verfügung gestellt hat, liess sich angesichts der prekären Situation an der letzten Generalversammlung erneut zur Präsidentin wählen. Sie tat dies, um das Weiterbestehen des zum Herznacher Dorfleben gehörenden, einst blühenden Vereins zu gewährleisten. «Der VMC bleibt bestehen, doch wir fahren die Aktivitäten runter», kommentiert Margrit Herrmann die Zäsur im Vereinsleben. Man wolle mit Freizeitaktivitäten wie Minigolf, Boccia, Maibummel und Vereinsreise die Truppe zusammenhalten. «Schon mit Blick auf die fast 100-jährige Geschichte des Vereins darf dieser nicht sterben.»

Es fehlt an Nachwuchs

Dem VMC Herznach fehlt es - wie andern Vereinen auch - an Nachwuchs. Die Aktivmitglieder, mehrheitlich im mittleren Alterssegment, sind müde geworden. Die jeweiligen Vorbereitungen für Sommernachts- und Güggelifest haben sie gestresst, was mitunter auch zu Spannungen geführt hat. Der aufwendige Aufbau der Infrastruktur mit Bühne und beispielsweise dem alljährlichen Verlegen eines mehrere Hundert Meter langen Stromkabels habe seit Jahren zu Diskussionen betreffend Weiterführung des Anlasses geführt, weiss die Präsidentin. Auf- und Abbau auf dem Hübstel beanspruchte die Mitglieder jeweils während rund 17 Tagen. Mit viel Liebe schufen sie stets ein besonderes Ambiente und leisteten einen wesentlichen Beitrag ans Dorfleben.
Das Güggelifest auf dem Herznacher Hausberg und Aussichtspunkt Hübstel ist in beinahe drei Jahrzehnten zu einem festen gesellschaftlichen Bestandteil der Region geworden. Das Ausmass dieses Festes mit dem tags zuvor zur Durchführung gelangenden Sommernachtsfest machte den Zuzug freiwilliger Helferinnen und Helfer von ausserhalb des Vereins notwendig. In den letzten beiden Jahren hat der VMC Herznach in lobenswerter Weise zudem je 1000 Franken an die Berghilfe überwiesen, sodass kein nennenswerter Reingewinn mehr herausschaute.

Wer führt die Festtradition weiter?

Die Präsidentin des VMC hat gleich nach der Generalversammlung den Gemeinderat über die Situation informiert. «Wir haben die Hoffnung, dass ein anderer Verein das Hübstel-Fest weiterführen wird, und sind deshalb auch bereit, mitzuhelfen», versichert Margrit Herrmann. Der Gemeinderat bedauert in einer Mitteilung, hat jedoch Verständnis für den VMC. Die Behörde dankt dem Verein und allen Beteiligten «für deren unermüdlichen Einsatz und die jahrelange Organisation der Anlässe». In Bezug auf die Weiterführung des Treberwurstessens scheint sich eine Lösung abzuzeichnen, indem die IG Weihnachtsmarkt das Treberwurstessen weiterführen dürfte. Die IG hat signalisiert, dass sie zumindest den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr wieder organisieren wird. Die Kombination von Weihnachtsmarkt und Treberwurstessen hat sich bewährt. So besteht wenigstens diesbezüglich ein Silberstreifen am Horizont, den man sich auch auf dem Hübstel wünschte.

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