Rheinfelden

Dem besinnlichen Brunnensingen folgte ein lauter Knall auf der Brücke

Die Sebastiani -Bruderschaft beim Brunnensingen in Rheinfelden.

Die Sebastiani -Bruderschaft beim Brunnensingen in Rheinfelden.

Mit dem alten Brauch des Brunnensingens der Sebastiani-Bruderschaft wurde der Jahreswechsel in Rheinfelden besinnlich eingeleitet.

Finsternis hatte sich über die Altstadt gelegt. Die Strassenbeleuchtungen blieben ausgeschaltet. Beim Storchenbrunnen hatten sich etliche Bürger versammelt und warteten auf die Sebastiani-Bruderschaft. Die zwölf Männer schritten in Formation über die Tempelgasse heran. Das einzige Licht stammte von der Kerze aus der Pestlaterne, die sie mit sich führten.

Das Brunnensingen ist ein alter Brauch, der an die Pestzeit im 16. Jahrhundert erinnert, die auch Rheinfelden heimsuchte. Jedes Jahr an Silvester um 21 Uhr stimmen die schwarz gewandeten Männer am Storchenbrunnen ihr Neujahrslied an, um binnen einer Stunde die Brunnen in der Altstadt abzulaufen, an denen sie das Lied wiederholen.

Ein deutlich jüngerer Brauch ist die grenzüberschreitende Silvesterfeier mit der badischen Nachbarstadt auf der Rheinbrücke mit grossem Feuerwerk. Auf Mitternacht zu fanden sich die Feiernden aus beiden Rheinfelden ein, um gemeinsam den Jahreswechsel zu begehen.

Freunde und Bekannte trafen sich, viele hatten eigenen Sekt mitgebracht und stiessen miteinander an. Am Inseli konnten sich die Menschen beim Eishockeyclub Rheinfelden mit Bratwurst und Glühwein versorgen. Wenige Minuten vor Mitternacht drängten sich Hunderte Menschen auf der Brücke.

Zur Silvesterfeier gehört auch, dass die Stadtoberhäupter beider Rheinfelden auf das neue Jahr anstossen. «Mittlerweile eine nicht mehr wegzudenkende Tradition, dass wir gemeinsam auf der Brücke das neue Jahr angehen», sagte Stadtammann Franco Mazzi, der seit 2000, dem Jahr der Einführung, keine Silvesterfeier auf der Brücke ausgelassen hat.

Mit einem lauten Knall wurde der Jahreswechsel kundgetan, die Menschen beglückwünschten sich. Das Highlight der Feier war das musikuntermalte Feuerwerk über dem Fluss, welches kurz nach Mitternacht von der badischen Seite gezündet wurde. Unterlegt mit modernen Hits wie «No Roots» von Alice Merton und Klassikern wie «We will rock you» von Queen malten die Feuerwerkskörper ihre bunten Effekte an den Nachthimmel. Mit Applaus bedankten sich die Feiernden beim Pyrotechniker für die rund zwölfminütige Show. (hgr)

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