Seit fast einem Jahr weidet eine Herde Elenantilopen auf dem Land von Christoph Kläusler und Marco Jäger. Diese aus Afrika stammenden Tiere mit dem Fachnamen Taurotragus oryx und dem gräulich ockerfarbenen Fell sind verwandt mit dem Rind und werden bis zu 1,80 Meter gross und 1000 Kilogramm schwer. «Es ist die zweitgrösste Antilopenart», wie Marco Jäger bei der Besichtigung erklärt.

Jäger, der während einer Reise in Namibia wilde Antilopen in freier Wildbahn beobachten konnte, war dermassen von den eleganten Tieren fasziniert, dass er kurzerhand beschloss, sie im Fricktal ansiedeln und halten zu wollen.

Das Projekt nimmt Formen an

Gesagt, getan: Kurz nachdem Jäger seinem Bekannten Christoph Kläusler von der aussergewöhnlichen Idee erzählt hatte, nahm das Projekt langsam Form an. Auf dem Land von Kläusler, der Landwirt ist und auch noch Kühe und Damhirsche hält, begann alsbald nach der Baubewilligung die Errichtung des Antilopenstalls.

«Dieser ist immer frei zugänglich und isoliert, denn die Temperatur darf im Winter nicht unter 5 Grad Celsius fallen, sind diese Tiere doch an afrikanische Wetterverhältnisse gewöhnt», erwähnt Klauser. Vor allem nasskaltes Wetter würden die Tiere meiden und sich dann bevorzugt im Stall aufhalten, wo sie im Winter mit Heu gefüttert werden.

Hinter dem hohen Metallzaun, der die sprungfreudige Elenantilope an der Flucht hindern soll, stehen einige Tiere auf der grünen Wiese beisammen und weiden. Neugierig aber zurückhaltend betrachten sie die menschlichen Zweibeiner auf der anderen Seite des Zauns. «Es sind scheue Tiere, die sich aber schnell an neue Situationen gewöhnen», sagt Jäger und blickt auf die Herde.

Eine Herde von neun Tieren

Die Hörner eines grossen Bocks ragen stolz in die Höhe, sie schimmern matt in der Mittagssonne. Ein Jungtier wird daneben von seiner Mutter gesäugt, während sich die restlichen Artgenossen in aller Ruhe dem Grasfressen widmen. Jäger sagt: «Im Moment leben hier acht Weibchen und ein Bock. Die Tiere stammen aus deutschen Zoos und Tierparks.»

Doch bevor Jäger und Kläusler die ersten Tiere in Empfang nehmen konnten, mussten sie ein Praktikum in Tierhaltung beim Magdeburger Zoo in Deutschland absolvieren. Danach erst waren sie bereit, die afrikanischen Paarhufer willkommen zu heissen.

Delikates, fettarmes Fleisch

Gehalten werden die Tiere ihres delikaten Fleisches wegen, das besonders fett- und cholesterinarm ist. Die Tiere werden im Winter nur mit Heu und ohne dem Zusatz von Kraftfutter gefüttert. Nach etwa zwei Jahren erreichen sie ihr Schlachtgewicht. «Das Fleisch ist schön zart, wir beliefern neben Privatpersonen damit momentan auch den ‹Löwen› in Herznach», sagt Christoph Kläusler.

Für den 3. Mai, dem Tag der offenen Tür, wurden extra zwei Böcke geschlachtet und zu Würsten und Trockenfleisch verarbeitet, welche die Besucher nach dem Rundgang auf den Geschmack bringen sollen.