Circus Nock
Das Zirkus-Urgestein feiert seinen runden Geburtstag – mitten auf der Tournee

Franz Nock feiert seinen Achtzigsten – und dem Publikum gefällt das neue Programm merkbar: Der Zirkus verzeichnet einen Zuschauerwachstum im Vergleich zum letzten Jahr.

Marc Fischer
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Zirkus heute: Franz Nocks Tochter Franziska Nock (hier an der Premiere in Frick) zeigt im aktuellen Programm eine Nummer mit Friesen, Andalusiern und Shetlandponys.

Zirkus heute: Franz Nocks Tochter Franziska Nock (hier an der Premiere in Frick) zeigt im aktuellen Programm eine Nummer mit Friesen, Andalusiern und Shetlandponys.

archiv/Andre Albrecht

Als einziger Schweizer Zirkus gastiert der Circus Nock regelmässig im Kanton Graubünden. In St. Moritz, dem höchsten Punkt der diesjährigen Tournee des Circus Nock, steht morgen Sonntag neben einer Zirkusvorstellung auch ein Höhepunkt ausserhalb der Manege auf dem Programm. Franz Nock feiert seinen 80. Geburtstag.

Zirkus früher: Franz Nock in Aktion auf der Stuhlpyramide...

Zirkus früher: Franz Nock in Aktion auf der Stuhlpyramide...

Zur Verfügung gestellt

Als Akrobat und Zirkusdirektor prägte Franz Nock die Geschicke des Familienunternehmens. «In der Manege entwickelte sich Franz Nock schnell zum Publikumsliebling», schreibt der Circus Nock in seiner Würdigung zum Geburtstag. «Seine akrobatischen Leistungen steigerten sich von Jahr zu Jahr.» Vor über 60 Jahren präsentierte er mit seiner Schwester Elvira bereits die «Schwebende Leiter» und später trat er am schwankenden Mast auf oder auf einer Stuhlpyramide, die nur auf vier Flaschen stand.

In seiner Zeit als Direktor des Circus Nock engagierte Franz Nock immer wieder Darbietungen von internationalem Format. Inzwischen hat zwar mit seinen beiden Töchtern Franziska und Alexandra die siebte Generation der Familie Nock die Leitung des Circus Nock übernommen, doch nach wie vor reist Franz Nock zusammen mit seiner Frau Verena mit dem Zirkustross durch die Schweiz und geniesst dabei die Zeit mit seinen Enkelkindern.

Mehr Zuschauer als letztes Jahr

In diesem Jahr steht das Programm unter dem Motto «Ritmo y pasión». Nach etwas mehr als der Hälfte der Tournee lässt sich sagen, dass das Programm beim Publikum ankommt. Ein definitives Fazit lasse sich zwar jeweils erst am Ende der Saison ziehen, sagt Pressesprecherin Mina Seiler, doch habe man bisher mehr Zuschauer gehabt als im vergangenen Jahr.

... und am 24 Meter hohen schwankenden Mast.

... und am 24 Meter hohen schwankenden Mast.

Zur Verfügung gestellt

Und dies, obwohl die Wettergötter dem Circus Nock einen Strich durch die Rechnung machten. Aufgrund starker Regenfälle mussten nämlich die Gastspiele in Kerzers und Balsthal komplett abgesagt werden, da der Boden zu nass war und das Zelt auf den Wiesenplätzen nicht aufgestellt werden konnte. «Das tat sehr weh», so Seiler. «Aber eigentlich heisst es ja, schlechtes Wetter sei Zirkuswetter, deshalb ist für uns dieser kühle und durchzogene Sommer letztlich besser als der Hitzesommer 2015.»

Besondere Aufmerksamkeit bringt das Publikum laut Mina Seiler Costin Bellu, dem Komödianten auf dem Trampolin, entgegen. Auch die kolumbianische Hochseiltruppe «The Robles» mit ihrer 7-Personen-Pyramide auf dem Hochseil sorge jedes Mal für stockenden Atem und tosenden Beifall.

In der zweiten Hälfte der Saison stehen noch 22 Destinationen auf dem Tourneeplan. Die kommenden drei Wochen gastiert der Circus Nock weiterhin im Kanton Graubünden. Dann folgt ein Abstecher ins Tessin. Ende September kommt der Zirkus dann wieder in die Nordwestschweiz und gastiert unter anderem in Windisch, Basel oder Liestal. Am 13. November endet die diesjährige Tournee in Olten – hoffentlich gesund und unfallfrei, wie Mina Seiler betont. Danach begibt sich der Circus Nock wieder in sein Winterquartier in Oeschgen.