Fricktal
Das Ziel ist der Erhalt der Hochstämme

Der Verein Fricktaler Bio Hochstamm-Produkte sorgt für den Erhalt der Hochstamm-Obstbaumkulturen durch wirtschaftliche Nutzung. Das Vorhaben hat zwar Erfolg. Die Suche nach Unterstützung der Vereinsanliegen bleibt aber schwierig.

Walter Christen
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Köstliche Fricktaler Kirschen, feine Äpfel und süsse Birnen essen die Konsumentinnen und Konsumenten gerne. Die wenigsten Leuten interessieren sich dabei, woher die leckeren Früchte stammen. Und nur wenigen Früchte- und Obstliebhabern ist überhaupt bekannt, dass nicht alle diese Produkte aus Anlagen stammen, sondern dass einiges auf Hochstamm-Bäumen wächst. Dass dies auch in Zukunft so bleibt, dafür setzt sich der Verein Fricktaler Bio Hochstamm-Produkte ein, der im Meck à Frick die 6. Generalversammlung durchführte.

«Nebst den Aktivitäten des Vereins setzen sich die Betriebe selber für die Verbesserung ihrer Strukturen bezüglich der Förderung der Artenvielfalt ein oder präsentieren sich als Musterbetrieb, wie etwa Edi Hilpert in Möhlin, ein Pionier im Bereich der Agroforstwirtschaft», hielt Vereinspräsidentin Cornelia Brennwald in ihrem Jahresbericht fest.

Wirtschaftliche Nutzung

Die Präsidentin erwähnte weiter, dass es schwierig sei, für die Zwecke des Vereins, namentlich für den Erhalt der Hochstamm-Obstbaumkulturen durch wirtschaftliche Nutzung, die dringend nötige Unterstützung zu finden: «Denn die meisten Organisationen unterstützen zwar Projekte im Bereich des Naturschutzes, scheuen aber davor zurück, Vermarktungs-Initiativen zu finanzieren», so die Vorsitzende. Immerhin unterstützt der Kanton solche Vermarktungs-Anstrengungen und berücksichtigte den Verein Fricktaler Bio Hochstamm-Produkte im Jahr 2010 mit einem Beitrag von 5000 Franken.

Mit der Pro Natura hatten im Berichtsjahr erste Gespräche stattgefunden, wie die entsprechende Unterstützung ohne finanzielle Beteiligung organisiert werden könnte. Man denkt dabei an den Verkauf von Produkten an Pro-Natura-Standaktionen, an gemeinsame Arbeitseinsätze und verfolgt weitere Ideen.

20 Gastrobetriebe

Gut gestartet sind der Vertrieb und die Werbung durch persönliche Besuche in 20 Gastronomie- und Wiederverkaufsbetrieben, wie an der von rund zwei Dutzend Mitgliedern besuchten Generalversammlung zu erfahren war. Neu ist ein feiner Apfelessig herangereift, und das erste Baumnussöl konnte im Jahr 2010 produziert werden in Zusammenarbeit mit Besitzern einer Baumnuss-Hochstammanlage im Schwarzwald.

In diesem Vereinsjahr stehen einige Höhepunkte auf dem Programm. Etwa der Nationale Tag der Hochstamm-Bäume vom 29. April oder die Aktion auf dem Gipf-Oberfricker Chriesiwäg am 5. Mai.

An der Tagung gab Simon Gisler, Geschäftsführer der Hochstamm Seetal AG, einen Einblick in die Entstehung und den Verlauf des Projekts, welches jenem des Vereins Fricktaler Bio Hochstamm-Produkte ähnelt, aber doch um einiges grösser ist.