Frick

Das Wettrennen der Maden und der Schutz vor Insekten

Einfacher Schutz der Kirschen vor der Kirschessigfliege. ari

Einfacher Schutz der Kirschen vor der Kirschessigfliege. ari

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau Frick (FiBL) hatte am Sonntag zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Das Interesse dafür war riesig.

Gekommen waren nicht nur Gäste aus der Region, sondern auch aus dem Ausland. An 13 Ständen stellten qualifizierte Mitarbeiter Neuigkeiten aus der Forschung vor, mit Experten konnte diskutiert werden, Berater als wichtiges Bindeglied zwischen Wissenschaftern und Landwirten zeigten Aktuelles aus diversen Versuchen. Daneben gab es Abwechslung und Spass für Gross und klein, Maden (nicht jedermanns Sache) durften zum Wettrennen antreten, Kinder bastelten sich Biene-Maja-Fühler, hörten Märchen, Wollschweine wühlten lustvoll im Mist, Jungkühe räkelten sich faul in der Sonne, kleine Wissenswettbewerbe waren ausgeschrieben.

Ökologie wird immer wichtiger

«Die Bedeutung der biologischen Landwirtschaft, die Verbesserung der Anbautechnik, der natürliche Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, eine artgerechte Tierhaltung und für Menschen eine gesunde Ernährung nehmen enorm zu» erklärte Franziska Hämmerli aus dem Kommunikationsbereich des FiBL Seit 40 Jahren widmet sich die Institution diesen Aufgaben. 1973 als private Stiftung von Biobauern und Wissenschaftern gegründet, ist es seit 1997 in Frick ansässig, weltweit führend und beteiligt an vielen internationalen Projekten. Zum FiBL gehören ein Weingut, eine Kelterei, eine Obstanlage, ein Landwirtschaftsbetrieb, Hofladen und Restaurant. Die Schwerpunkte der Forschung liegen bei Kern-und Beerenobst, bei Wein- und Ackerbau, bei Milchvieh, Bienen und Beratung.

Die Besucher am Tag der offenen Tür konnten sich ausgiebig informieren entweder bei geführten Rundgängen oder auch ganz individuell. Feldversuche zeigten die schonende Bodenbearbeitung mit Flachgrubber, Pflug und Stoppelhobel, die leckeren reifen Kirschen lockten in die überdachten Obstanlagen, Einblicke ins Labor durften genommen und intensive Gespräche mit Fachleuten der ersten Stunde zur Entwicklung und den Grundlagen des Bioanbaus geführt werden.

Hoch interessant, wie man die «schlaue» Kirschessigfliege auf ganz natürliche Art durch Fallen mit Lockstoffen austrickst oder im Rebbau mit völlig ungefährlicher Tonerde die Frucht vor ihr schützt. So einfach wie effektiv ist die Anbautechnik der schnell wachsenden Sojapflanze, die mit ihrem Blattwerk in Windeseile den Boden bedeckt und so dem Unkraut keinen Raum mehr lässt. Noch in der Versuchsphase ist die Herstellung von «Düften am Meter» – aufgehängt an den Nutzpflanzen wehren sie Insekten ab. Den ganzen Tag war ein reges Treiben auf dem weitläufigen Gelände, die Organisation war ganz fabelhaft.

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