Wegenstetten
Das Wegenstettertal kämpft um den Erhalt seiner Oberstufe

Der Oberstufenstandort wird ab nächstem Schuljahr die Mindestgrösse um eine Klasse unterschreiten. Die Schule braucht nun dringend eine Ausnahmebewilligung.

Dennis Kalt
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Die Schule in Wegenstetten braucht wegen dem Austritt Möhlins dringend eine Ausnahmebewilligung.

Die Schule in Wegenstetten braucht wegen dem Austritt Möhlins dringend eine Ausnahmebewilligung.

Nadine Böni

Die Uhr tickt für die Gemeindeammänner des Wegenstettertals. Diese wollen eine Schliessung des Oberstufenstandortes in Wegenstetten verhindern. Doch bereits ab nächsten Jahr wird der Oberstufenstandort gemäss Kathrin Hasler, Gemeindeammann von Hellikon, «nach derzeitigem Stand die kantonal vorgeschriebene Mindestanzahl von sechs Abteilungen um eine Abteilung unterschreiten». Der Grund hierfür ist, dass die Gemeinde Möhlin den Schulvertrag mit den Talgemeinden auf den 31. Juli 2019 gekündigt hat und ab dem Schuljahr 2019/2020 keine neuen Sek-Schüler mehr nach Wegenstetten schicken wird.

«Die Unterschreitung der Mindestgrösse würde bedeuten, dass wir vom Kanton eine Ausnahmebewilligung erhalten müssten, um den Schulbetrieb mit fünf Klassen aufrechterhalten zu können», erklärt Hasler.

Zwei Ausnahmebewilligungen

Prinzipiell kann das Departement für Bildung, Kultur und Sport (BKS) dem Oberstufenstandort zwei Arten von Ausnahmebewilligungen erteilen. Welche von diesen infrage kommt, ist abhängig von der «mittelfristigen Schülerprognose», erklärt BKS-Sprecherin Sascha Katja Giger. Ist die Prognose positiv und die Unterschreitung auf einen Ausreisser zurückzuführen, erhält die Schule eine befristete Ausnahmebewilligung ohne Auflage. «Ist die Prognose aber negativ und die Schülerzahlen bleiben mittelfristig gleich tief, erhält die Schule eine auf zwei Jahre befristete Ausnahmebewilligung – sofern sie die Auflage akzeptiert, bis in spätestens zwei Jahren eine gesetzeskonforme Lösung umzusetzen», erklärt Giger.

Verhehlen kann Hasler nicht, dass für den Oberstufenstandort Wegenstetten nur Letzteres infrage kommt. So waren im Schuljahr 2017/18 aus Möhlin 62 Schüler für die Mindestanzahl von sechs Abteilungen der Oberstufe Wegenstettertal notwendig. «Wenn es so weit kommt, werden wir kämpfen, damit wir eine gesetzeskonforme Lösung auf die Beine stellen, um weiter Sekundarschüler im Wegenstettertal unterrichten zu können», sagt Hasler, die auf die rege Bautätigkeit in Hellikon und Zeiningen verweist. «Wenn die Bevölkerung in den nächsten Jahren wächst, das Schulhaus jedoch dafür leersteht, ist das paradox.»

Realschüler zurücknehmen

Noch gibt es jedoch eine Möglichkeit, die dafür sorgt, dass die Beantragung einer Ausnahmebewilligung umgangen werden kann. Obwohl sich die Gemeinde Möhlin bereits gegen das Szenario Aussenstandort ausgesprochen hat, habe man bei der Gemeinde Möhlin beantragt, die beiden Schulhäuser in Hellikon und Wegenstetten der Schule Möhlin zu unterstellen. «Damit würde die kantonale Mindestvorgabe für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebes hinfällig werden», sagt Hasler. Für Fredy Böni, Gemeindeammann von Möhlin, ist dieser Antrag jedoch «momentan kein Thema».

Eine weitere Möglichkeit, die derzeit geprüft werde, ist, dass man die Realschüler, die aus dem Wegenstettertal zum Unterricht an die Schule Möhlin geschickt werden, künftig in Wegenstetten unterrichtet.

«Derzeit beraten sich unter anderem die Ammänner der Talgemeinden über das konkrete Vorgehen», sagt Willy Schmid, Gemeindeammann von Wegenstetten. Mit einem ersten Fahrplan sei in einigen Wochen zu rechnen.

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