Nun ist das neue Wasserkraftwerk Rheinfelden offiziell abgenommen. Denn bei der sogenannten Kollaudation überprüften die Behörden aus der Schweizer und aus Deutschland, ob die in den Konzessionen festgelegten Bedingungen bei der Umsetzung des Projekts eingehalten wurden.

Dabei führte Energiedienst auch unter der Aufsicht der Behördenvertreter das An- und Abfahren und die Notabschaltung einer Maschinengruppe erfolgreich vor. Die Behörden überzeugten sich auch davon, dass das Kraftwerk tatsächlich die in der Konzession vorgeschriebene Wassermenge von bis zu 1500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde verarbeiten kann.

Ebenfalls vorzulegen waren alle Atteste bezüglich der Sicherheit der Anlage. Für ein Werk mit Hochspannungsanlagen ist vorrangig die Betriebsbewilligung des Eidgenössischen Starkstrominspektorats (Esti) erforderlich. Einen wichtigen Aspekt bildete auch die Arbeitssicherheit des Kraftwerks, was auf Schweizer Seite von der Suva, auf deutscher Seite von der Berufsgenossenschaft geprüft wird.

Bei der Kollaudation dokumentierte Energiedienst darüber hinaus die ökologischen Aufwertungsmassnahmen und zeigte Pläne und Abnahmeprotokolle. Von der korrekten Umsetzung der eingereichten Planungen überzeugten sich die Behörden bei einer Kraftwerksbegehung.

«Wir sind sehr zufrieden, nun das offizielle Abnahmeattest der Behörden zum Bau des Kraftwerks Rheinfelden erhalten zu haben», erklärte Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG. «Dies ist der letzte grosse Meilenstein dieses Projekts. Und auch dieser ist erfolgreich. Mit dem Gesamtprojekt liegen wir noch unter dem geplanten Kosten- und Zeitrahmen. Das Wasserkraftwerk Rheinfelden erhöht unsere ohnehin schon grossen eigenen Produktionskapazitäten aus Wasserkraft.»

380 Millionen Euro investiert

Bereits seit Ende Dezember 2010 sind alle 4 Rohrturbinen am Netz. Offiziell eingeweiht wurde die 380 Millionen-Euro-Investition im September 2011. Das Wasserkraftwerk liefert jährlich rund 600 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom. Das reicht für die Versorgung von 170000 Haushalten mit Ökostrom.

Die Energiedienst Holding AG erzeugt ausschliesslich Ökostrom aus Wasserkraft. Im Netzgebiet von Energiedienst leben rund 750000 Menschen, die mit Energie versorgt werden. Seit 1999 erhalten alle Haushaltskunden Ökostrom der Marke Naturenergie; seit Oktober 2011 ist auch klimaneutrales Gas im Angebot. Zu den regionalen und überregionalen Energiebezügern zählen rund 270000 Privat- und Gewerbekunden, dazu rund 3200 Geschäftskunden und 42 weiterverteilende kommunale Kunden.

Rund 8,7 Milliarden Kilowattstunden Strom wurden 2011 verkauft. Die Energiedienst Holding AG beschäftigt rund 760 Mitarbeiter, davon 41 Auszubildende. Zur Unternehmensgruppe der Energiedienst Holding AG (EDH) gehören die Energiedienst AG (ED AG), die Energiedienst Netze GmbH (EDN), die Ökostromtochter Naturenergie AG sowie die Enalpin AG im Wallis. Die EDH ist eine Beteiligungsgesellschaft der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) in Karlsruhe. (az)