Ende 2016 hatte Frick 5304 Einwohner. Doch die Gemeinde wächst. Überbauungen wurden jüngst realisiert, sind im Bau oder in Planung. Confiseur Markus Kunz geht von 600 bis 700 neuen Wohnungen in den nächsten sechs Jahren und damit rund 2000 neuen Einwohnern aus, «wenn wir mit 2,5 bis 3 Personen pro Wohnung rechnen» (az von gestern). Gemeindeammann Daniel Suter seinerseits nimmt den Wert von 2,3 Personen, die im Aargau statistisch in einem Privathaushalt leben und kommt «unter der Annahme von zusätzlichen 500 Wohnungen» auf rund 1150 Einwohner mehr als heute.

Ist Frick für ein solches Bevölkerungswachstum bereit? Oder wird die Gemeinde überrannt? Die Ortsparteien sehen die Entwicklung unterschiedlich. «Wir müssen aufpassen, dass die Bevölkerung mitkommt, sagt Adrian Speckert, Präsident der SVP Frick. «Sie will ein moderates Wachstum.» Die CVP hätte es gemäss Präsident Viktor Müller lieber etwas gemächlicher. «Wir begrüssen ein zu rasches Wachstum nicht», sagt er, «aber es gibt kaum Möglichkeiten, es zu bremsen.» Für FDP-Präsident Rudolf Heusser dagegen ist klar: «Raumplanerisch ist es vorgesehen, die Zentren zu entwickeln.» Das Wachstum in Frick werde aber nicht auf einen Schlag erfolgen, sagt er. «Bei Grossprojekten geht es selten so schnell, wie man denkt.» Im Gebiet Lammet etwa sei die Erschliessung bereits deutlich verzögert.

Ist die Infrastruktur bereit?

«Grundsätzlich ist Wachstum keine schlechte Sache», sagt SP-Bezirksparteipräsident Rolf Schmid, der in Frick beim regionalen Steueramt arbeitet. Aber: «Ganz generell bringen ruckartige Veränderungen in dieser Grössenordnung viel Unsicherheit für die Behörden und die Bevölkerung mit sich.»

Die Bedürfnisse an die Infrastruktur seien zudem schwierig abzuschätzen, so Schmid weiter. SVP-Präsident Speckert sieht im Bereich Infrastruktur gleich mehrere potenzielle Problemzonen: «Das Bevölkerungswachstum könnte im Bereich von öV-Anbindungen, Verkehrsaufkommen oder öffentlichen Parkplätzen zu Schwierigkeiten führen.» Die Verkehrssituation am Bahnhof etwa sei teilweise bereits heute «an der Grenze» und neue Quartiere bräuchten auch neue Bushaltestellen, präzisiert Speckert.

Rudolf Heusser dagegen ist optimistischer. «Die Gemeinde ist bereits daran, die Verkehrssituation am Bahnhof zu entflechten», sagt er. Er schätzt es zudem als Vorteil ein, dass die Baugebiete Lammet und Blaie in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs liegen. «Damit sind die neuen Wohnungen für öV-Nutzer attraktiv», so der FDP-Präsident.

Verkehr ist Thema

Dass Verkehrsfragen bei der Bevölkerung ein Thema sind, zeigte die Sprechstunde zum Mitwirkungsverfahren zum Gestaltungsplan Blaie am Dienstagabend. Rund 40 Personen informierten sich. Dabei wurde gemäss Gemeindeschreiber Michael Widmer hauptsächlich die mögliche Bebauung des Grundstücks aufseiten der Zwidellen angesprochen. Die Besucher brachten ein, dass die Zwidellen schmal sei und als Schulweg diene. «Zudem wird infrage gestellt, ob die Einmündung in die Hauptstrasse zusätzliche Frequenzen aus der Zwidellen aufnehmen könnte», so Widmer.

Das Beispiel zeigt, dass auf die Gemeinde Herausforderungen zu kommen. Generell müsse man vorausschauend planen, miteinander diskutieren und Lösungen suchen, sagt Speckert. Der Gemeinderat mache seine Sache jedoch gut.