Er will hoch hinaus: Leo Dillier, der 17-jährige Möhliner, ist gross gewachsen und will im Volleyballsport noch vieles erreichen. Dillier ist wie viele Volleyballer in einer Volleyballfamilie gross geworden. So spielten bereits seine Eltern und auch der ältere Bruder Volleyball, weshalb in Familienferien oft am Strand «gebeacht» wurde. Als kleiner Junge machte Leo Dillier gerne noch andere Sportarten. So spielte er neben Volleyball auch noch Tennis. Mittlerweile ist Indoor- und Beachvolleyball seine grosse Leidenschaft: «Ich finde das Gefühl, auf dem Feld zu stehen, einfach fantastisch.»

Er sieht einen grossen Reiz der Sportart vor allem in der mentalen Stärke, die sehr wichtig ist. Der 17-Jährige hat bei Volley Möhlin bei der U13 angefangen und wechselte später zu Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten. 2017 kam er zu Volley Schönenwerd in die NLB. Dort spielt er aktuell auf der für ihn neuen Aussenposition, denn bis letztes Jahr war Dillier als Passeur sehr erfolgreich unterwegs.

Der Positionswechsel bringt für den Volleyballer wieder neues Trainingspotenzial. Er will sich vor allem in der Annahme noch verbessern und auch athletisch fitter werden. Zusätzlich bringt die besondere Rolle des Captains in seinem Team neue Aufgaben mit sich.

Zwölf Stunden Training

Eine normale Trainingswoche besteht für Leo Dillier aus zwei Trainingseinheiten im NLB-Team von Schönenwerd, zwei Trainings in der Talent School Aargau und zwei Krafteinheiten. Dies summiert sich auf insgesamt zwölf Trainingsstunden pro Woche plus Spiele am Wochenende. Freizeit bleibt dem Nachwuchstalent neben seinem vollen Programm mit Lehre und Sport nicht viel. Wenn er mal Zeit für sich hat, geniesst er diese beim Kaffeetrinken in Aarau.

Sportlehre als Automatiker

Ab diesem Monat absolviert Dillier ausserdem noch zwei Einheiten im Sand in der Beachhalle, da sein besonderer Fokus auf dem Beachvolleyball liegt. «Ich finde Beachvolleyball interessanter als Hallenvolleyball, da ich als Spieler das Spiel viel mehr beeinflussen kann», erzählt Dillier und ergänzt: «Ausserdem verharrt Hallenvolleyball für mich zu sehr in einem System, während man im Sand intuitiver spielen kann.»

Seine vielen Trainings absolviert Dillier mit einem klaren Ziel vor Augen: Er will später international Beachvolleyball spielen können. «Mein absolutes Traumziel ist eine Teilnahme an den Olympischen Spielen», erzählt der grossgewachsene Volleyballer.

Seine Ausbildung absolviert der 17-jährige Volleyballer in einer vierjährigen Sportlehre als Automatiker bei der Rockwell Automation. Die Unterstützung des Lehrbetriebs sei super, denn er könne Ferien für Trainingslager beantragen und erhalte auch Freistunden für die Talentschultrainings. Einen solchen Lehrbetrieb zu finden, war nicht einfach. Mit dem Entscheid für die Lehrstelle änderte sich auch in Leo Dilliers Leben einiges. Er hat sich für den Schritt zum Ausziehen entschieden und wohnt nun in einem Zimmer bei der Volleyballfamilie Giger in Aarau Rohr, um seine Arbeits- und Trainingswege möglichst kurz zu halten.

Zahlreiche Erfolge

Dort verbringt er jedoch nicht viel Zeit, da er morgens schon früh aus dem Haus zur Arbeit geht und abends erst spät nach dem Training wieder nach Hause kommt. Zurzeit ist Dillier im zweiten Lehrjahr und schon im nächsten Sommer stehen seine Teilprüfungen an. Sein Ausbildungsziel ist vorerst, seine Lehre mit guten Resultaten abzuschliessen, um eine gute Grundlage für seinen weiteren Ausbildungsweg zu haben. Wie es danach weitergehen soll, weiss das Jungtalent noch nicht.

Die beiden Vize-Schweizer-Meistertitel im Beachvolleyball in der U21- und B-Kategorie dieses Jahr sind seine jüngsten Erfolge. Hinzu kommen diverse Auszeichnungen als wertvollster Spieler in den Kategorien U15 und U17 in der Halle und im Sand, sowie Schweizer-Meister-Titel in denselben Kategorien. Dazu kam dieses Jahr noch der vierte Rang an der U18-Beachvolleyball-Europameisterschaft in Tschechien.