Frick
Das «Stabat Mater» ertönte in Frick aus 150 Kehlen

Der Projektchor SMW sang zusammen mit der Kantorei der Stadtkirche Aarau Werke von Vivaldi und Rossini in der katholischen Kirche.

Dieter Deiss
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Reiner Chorklang erfreute das Publikum in Frick.

Reiner Chorklang erfreute das Publikum in Frick.

Dieter Deiss

Zurück von einer gemeinsamen Konzertreise nach dem italienischen Novara schlossen die Chöre das diesjährige Konzert mit Rossinis «Stabat Mater» und Vivaldis «Lauda Jerusalem» in der katholischen Kirche in Frick ab. Der grosse Chor füllte praktisch den gesamten Chorraum in der Kirche. Davor spielte das ebenfalls gut besetzte italienische «Orchestra Sinfonica Carlo Coccia di Novara».

Unter der Leitung von Dieter Wagner machte das doppelchörige «Lauda Jerusalem» von Antonio Vivaldi den Auftakt. Nach einem temperamentvollen Beginn des Orchesters stimmte der mächtige Chor ins «Lauda Jerusalem Dominum» ein. Zu gefallen wussten die beiden Solistinnen, die aus dem Jura stammende Sopranistin Léonie Renaud und die in Bern lebende Altistin Judith Lüpold.

Geschickt hatte Wagner die beiden Frauen je an den Aussenseiten aufgestellt, was eine besondere Klangwirkung ergab. Hervorragend der Chorklang und namentlich die Reinheit, welche insbesondere in den einstimmigen Stellen besonders auffiel, und die für einen so grossen Chor gar nicht selbstverständlich ist.

In der «Symphonie Nr. 1» von Ludwig van Beethoven erhielt das Orchester Gelegenheit, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Im temperamentvollen Spiel war die Italianità unverkennbar. Es ist denn auch höchst erfreulich, dass ein Orchester von solcher Qualität, das es mit jedem schweizerischen Orchester aufnehmen kann, in Frick zu hören ist.

Als Beispiel sei der vierte Satz der Symphonie angeführt, wo das Orchester durch seine leichte, selbstverständliche Spielweise auffiel. Dieter Wagner zeigte zudem, dass er es auch versteht, ein Orchester zu führen. Mit seiner in diesem Satz manchmal fast tänzerischen Art des Dirigierens riss er das Orchester zu einer begeisternden Darbietung hin.

Hervorragende Solisten

Ja, und da wäre schliesslich noch Rossinis «Stabat Mater», eine gelungene Darbietung vom Anfang bis zum Ende. Einmal mehr gelang es Wagner, hervorragende Solisten zu engagieren. So gab der französische Tenor Fréderic Caussy der Arie «Cuius animam gementem» ein ganz besonderes Gesicht, auch wenn er in den tieferen Lagen etwas Mühe bekundete, sich gegen das Orchester durchzusetzen. Traumhaft das «Duetto» mit Léonie Renaud und Judith Lüpold, wobei letztere ganz besonders mit ihrer warmen, kräftigen Alt-Stimme auffiel.

Zu brillieren wusste auch der polnische Bass Szymon Chojnacki. Eindrücklich seine über alle Lagen hinweg imposante Stimme, sei dies in der Bass-Arie oder im gemeinsam mit dem Chor gesungenen «Eja, Mater, fons amoris». Besonders gelungen auch das «Quando corpus morietur», ebenfalls vom Chor a capella gesungen. Unübertrefflich dann das «Amen», der krönende Schluss eines höchst eindrücklichen Konzerts.