Überblick
Das sind die höchsten Gebäude im Fricktal

In Kaiseraugst stehen die höchsten Hochhäuser im Fricktal, aber auch in Rheinfelden geht es hoch hinaus.

Thomas Wehrli
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Höchste Gebäude im Fricktal
8 Bilder
Liebrüti 70 Meter: die Liebrüti in Kaiseraugst
Landi-Siloturm 35 Meter: der abgerissene Landi-Siloturm
Hochhaus 45 Meter: höchstes Hochhaus in Rheinfelden
Siloturm 140 Meter: der Siloturm bei der DSM
Obertorturm 34 Meter: der Obertorturm in Rheinfelden
Cheisacherturm 23,8 Meter: der Cheisacherturm
Liebrüti Domus 80 Meter: das Projekt "Liebrüti Domus"

Höchste Gebäude im Fricktal

Aargauer Zeitung

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Höchste im Fricktaler Land? Der Spiegel, ob der abgewandelten Fragestellung leicht irritiert, rückt zunächst Regierungsrat Alex Hürzeler ins Bild und lässt dann, nach der sprachlichen Konkretisierung «nein, nein, der höchste Bau ist gemeint», den «Liebrüti Domus» in Kaiseraugst schemenhaft aufscheinen. «Das wäre der höchste Wohnbau im Fricktaler Land», scheppert die gläserne Stimme dazu.

Wäre, denn bislang ist der «Domus» nur ein Projekt. Zwar hat die Gemeindeversammlung im Dezember 2014 einer Zonenplanänderung zugestimmt und so die «Spezialzone Liebrüti» geschaffen, die Bauten mit einer Maximalhöhe von 80 Metern zulässt. Doch seither hört man vom Projekt kaum mehr etwas.

Die Masse indes sind beeindruckend: 18 Stockwerke soll der Domus dereinst umfassen, 108 Wohnungen bieten und bis zu 80 Meter hoch werden. Damit käme der Domus auf Rang 12 der höchsten Hochhäuser der Schweiz. Die Höhenparade führt der Roche-Turm in Basel mit 178 Meter an, gefolgt vom Prime Tower in Zürich mit 126 und dem Messeturm wieder in Basel mit 105 Metern.

Führend ist die Überbauung Liebrüti in Sachen Höhe aber auch ohne Domus: Der höchste Bau ragt rund 70 Meter aus dem Fricktal heraus. In der Überbauung, die in den 70er-Jahren entstand und rund 900 Wohnungen bietet, leben heute an die 2000 Personen – das sind rund ein Drittel aller Einwohner von Kaiseraugst.

Rüteliweg schlägt Augarten

Die Wohn- und Bürobauten, die den Liebrüti-Hochhäusern höhenmässig am nächsten kommen, stehen in Rheinfelden. Es sind aber nicht, wie man vermuten könnte, die Hochhäuser im Augarten, jenem Stadtteil also, der ebenfalls in den 70er-Jahren entstand und in dem heute mit rund 3000 Personen fast ein Drittel aller Rheinfelder lebt; jedes der sechs Hochhäuser ragt knapp 33 Meter aus dem Boden. 12 Meter und vier Stockwerke höher ist dagegen eine Liegenschaft am Rüteliweg.

Noch höher hinaus geht es in Rheinfelden derweil auf dem Feldschlösschen: Der Schlossturm, der allerdings nicht öffentlich zugänglich ist, bringt es auf stolze 43,5 Meter. Auch die Türme in der Altstadt können sich sehen lassen: Ihre Höhe variiert zwischen 20 Metern (Messerturm) und 34 Metern (Obertorturm).

In ähnlichen Gefilden bewegen sich auch die Kirchtürme im Fricktal. Der Turm der St. Martinskirche in Rheinfelden beispielsweise bringt es, das Kreuz eingerechnet, auf 33 Meter. «Damit würde der Turm der Stadtkirche ziemlich genau im St.-Anna-Loch verschwinden, dem tiefsten Punkt in Rheinfelden», weiss Stadtschreiber Roger Erdin. Unmittelbar nach der Rheinbrücke öffnet sich in Rheinfelden das 32 Meter tiefe Loch im Rhein.

109 Stufen zur Rundsicht

Im Trockenen bleibt man da lieber in Möhlin und kommt so ebenfalls recht hoch hinaus: Die beiden Hochhäuser an der Ahornstrasse schiessen 25 Meter aus dem Boden. Das aktuell höchste Gebäude in der Industriezone misst 24 Meter.

Wer oben hinaus will, um den Ausblick zu geniessen, und dazu nicht an der Wohnungstür eines ihm unbekannten Hochhaus-Zeitgenossen läuten mag, der ist mit öffentlich zugänglichen Aussichtstürmen gut bestellt. Das Paradebeispiel im Fricktal ist da sicher der 2010 gebaute Cheisacherturm ob Gansingen, der einen 23,8 Meter über Boden bringt. Aber Achtung: Eine Grundkondition ist unerlässlich, denn der Ausblick will mit einem Aufstieg über 109 Treppenstufen verdient sein. Mit Lift ist da nichts; wer sich hochfahren lassen will, muss nolens volens auf die Variante «ich läute mal irgendwo» zurückgreifen.

Ebenfalls einen fantastischen Rundblick bietet der Sonnenbergturm in Möhlin; er kann dem Cheisacherturm mit 22 Metern fast das Wasser reichen. Eine Wucht sind auch die beiden Saldome in Rheinfelden. Der grössere von ihnen, 2011 erbaut, weist einen Durchmesser von 120 und eine Höhe von 32,5 Metern auf. Er erweist sich dabei, seine Grösse lässt es erahnen, als überaus hungrig: Der Saldome 2 vermag mehr als 100 000 Tonnen Salz aufs Mal zu schlucken.

«30, 40 Meter – das ist doch keine Höhe», wirft ein schlanker Geselle aus Sisseln in die Höhen-Runde und blinkt zufrieden eine Runde vor sich hin. Er hat gut reden – mit seinen 140 Metern überragt der Kamin bei der DSM sämtliche Gebäude im Fricktal bei weitem. Oder eben: Das ist die Höhe!

Das dachte auch der Siloturm bei der Landi in Gipf-Oberfrick, der 35 Meter in den Himmel ragte. Bis im November 2013. Dann fuhr der Bagger auf. «Das ist ja die Höhe», fand der Turm. Genützt hat es ihm nichts. Er wurde bodeneben gemacht.