Die «Punkteverteilung» folgte am Ende des zweiten Workshops zum Thema «Entwicklungsplanung 2030». Nach über vier Stunden Diskussion klebten die Teilnehmer orange und grüne Punkte auf eine vorbereitete Matrix. Längst ging es um mögliche Sofortmassnahmen, die in Laufenburg umgesetzt werden sollten.

Mit den farbigen Punkten sollten die Gruppen eine Aufwand-Nutzen-Analyse durchführen und eine Priorisierung vornehmen. Die Diskussionen in den Gruppen waren intensiv, doch offenkundig hatte die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Kurt Brandenberger aus den zahlreichen Inputs im Laufe des Arbeitsprozesses (vgl. Box) die dringendsten Probleme herausdestilliert.

Die sechs Gruppen vergaben ihre Punkte nämlich ziemlich einheitlich und nur eine fügte eine weitere Sofortmassnahme hinzu: Der Ausbau der K130 solle gestoppt werden.

Altstadt, Industrie und Stadthalle

Zu Punktsiegern wurden gleich drei Sofortmassnahmen erkoren: Ein Altstadtkonzept inklusive Situationsanalyse und Klärung des Nutzungsmixes soll erarbeitet werden, die vorhandenen Industriezonen, insbesondere das Swissgrid-Areal sollen genutzt werden und die neue Stadthalle soll besser und effizienter vermarktet werden.

Geht es nach dem Wunsch der Anwesenden, stehen diese drei Sofortmassnahmen nun zuoberst auf der Aufgabenliste des Stadtrates.

Ebenfalls als prioritär eingestuft wurden die Beschleunigung der Baubewilligungsverfahren, die Förderung von Wärmeverbunden und die Umsetzung einer kundenorientierten Verwaltung.

Als weniger dringend stuften die Anwesenden die Vermarktung in Sachen Tourismus, die Umsetzung des Juraparks und die Förderung von erneuerbaren Energien ein. Laut Stadtammann Rudolf Lüscher ist es möglich, dass noch in der laufenden Legislatur erste Schritte zur Umsetzung dieser Sofortmassnahmen unternommen werden.

Der Grossteil der Arbeit wird jedoch auf den am vergangenen Wochenende neu gewählten Stadtrat zukommen, dessen Mitglieder eifrig in einzelnen Workshop-Gruppen mitdiskutierten.

Leitbild als Wegweiser

Im ersten Teil des Abends war über ein Papier diskutiert worden, das den neuen Stadträten in ihrer Amtszeit als Wegweiser dienen soll: das neue Leitbild.

Zu 13 Handlungsfeldern formulierte die Arbeitsgruppe je einen Leitsatz und mehrere Grobziele.

«Wir konnten rund 95 Prozent aller Rückmeldungen aus der Bevölkerung ins Leitbild integrieren», erklärte Hans Rudolf Arm (arm Unternehmensberatung), der zusammen mit Patricia Wenk (Arbeitsgruppe für Siedlungsplanung und Architektur AG) den Entwicklungsprozess begleitete.

In Gruppen behandelten die Teilnehmer des Workshops die einzelnen Handlungsfelder - und hatten nicht zu viel Kritik Anlass.

Da und dort wurde um Formulierungen gerungen, inhaltlich für Kritik sorgten aber nur wenige Punkte.

So wurde beispielsweise bemängelt, dass die Gastronomie nirgends erwähnt sei, dass die Verwaltung und das Geschäftsführungsmodell expliziter herausgehoben werden müsse und dass eine Qualitätskontrolle nötig sei.

Die Qualitätskontrolle reichte Hans Rudolf Arm umgehend weiter: «Es liegt an der Arbeitsgruppe und vor allem am Stadtrat, dass das Leitbild nicht in der Schublade verschwindet.» In der nächsten Legislatur müssten aus dem Leitbild heraus Strategien entwickelt und Massnahmen festgelegt werden.