Laufenburg
Das Rheinstädtchen wird bald neu regiert – ohne eine einzige Frau

Sieben Männer wollen in den Laufenburger Stadtrat – vier neu Kandidierende werden es schaffen. Die Bürger haben dadurch eine grosse Auswahl. Nur die Frauen müssen hinten anstehen.

Marc Fischer
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In Laufenburg bewerben sich ein Bisheriger und sechs neue Kandidaten um fünf Sitze im Stadtrat.

In Laufenburg bewerben sich ein Bisheriger und sechs neue Kandidaten um fünf Sitze im Stadtrat.

az-Archiv

Lange sah es in Laufenburg so aus, als könnten nicht genügend Kandidaten für die fünf Stadtratssitze gefunden werden. Am vergangenen Freitag lief nun die Meldefrist für Kandidaturen ab – und auf der Liste stehen jetzt sieben Kandidaten. Die CVP schickt Herbert Weiss und Thomas Argast ins Rennen, die SVP tritt mit Meinrad Schraner und Christian Rüede an, für die FDP kandidiert André Maier und auch die beiden Parteilosen Tino Brütsch und Thomas Vögtli stellen sich zur Wahl.

Kommentar: Einzig die Frauen fehlen

Vier vakante Sitze im Stadtrat sorgten in Laufenburg für Sorgenfalten. Eine schwierige Kandidatensuche wurde prophezeit - und diese ist auch eingetreten. Die Parteivertreter mussten zahlreiche Absagen einstecken.

Insofern ist es sehr positiv zu werten, dass den Stimmberechtigten am 22. September nun doch eine echte Auswahl geboten werden kann. Das zeigt, dass das Wohl des Bezirkshauptortes seinen Bewohnern am Herzen liegt und sie Verantwortung übernehmen wollen.

Nun sind die Stimmberechtigten gefragt, sich in den kommenden Wochen eine Meinung zu bilden und den bestmöglichen Stadtrat für die Zukunft Laufenburgs zu wählen. Die Auswahl ist breit, die Bewerber kommen aus unterschiedlichen Parteien und Ortsteilen und haben verschiedene berufliche Hintergründe. Uniformität stellt sich nur beim Geschlecht ein. Alle Kandidaten sind männlich. Schade, dass sich keine Frauen zur Verfügung gestellt haben.

Als Stadtammann kandidiert der einzige bisherige Stadtrat, Herbert Weiss, als Vizeammann stellt sich Meinrad Schraner zur Wahl.

Die Parteienvertreter sind froh über das breite Kandidatenfeld. «Die Kandidaten bieten eine interessante Durchmischung, eine wirkliche Auswahl», ist René Leuenberger (FDP) überzeugt. Wendelin Stäuble, Präsident der SVP-Ortspartei, spricht von «sicher fünf wählbaren Kandidaten» und auch CVP-Ortspartei-Präsident Christian Winter sieht – ohne sich über alle Kandidaten detailliert informiert zu haben – ein «auf den ersten Blick valables Kandidatenfeld.»

Die ersten vier Jahre nach der Fusion sassen drei Vertreter aus dem Ortsteil Laufenburg im Stadtrat, zwei kamen aus dem Ortsteil Sulz. Nun stehen im Kandidatenfeld drei Bewerber aus dem Ortsteil Sulz und vier aus der Altstadt Laufenburg – zwei davon sind allerdings erst kürzlich zugezogen. «Es ist schwierig abzuschätzen, ob die Herkunft noch ein Wahlkampfthema wird», so die Parteivertreter. Sie hoffen es jedoch nicht. «Gute Kandidaten sind wichtiger als die Herkunft», so Wendelin Stäuble.

In den vergangenen vier Jahren war der Laufenburger Stadtrat aus drei CVP-Vertretern, einer FDP-Vertreterin und einem Parteilosen zusammengesetzt. Die CVP schickt also einen Kandidaten weniger ins Rennen, als sie bisher Sitze hatte. «Aufgrund der Wähleranteile waren wir in der letzten Amtsperiode sicher übervertreten», begründet Christian Winter das CVP-Zweierticket. Die Übervertretung sei durch die spezielle Konstellation nach der Fusion zustande gekommen. «Nun sind zwei Sitze unser erklärtes Ziel.»

Im Gegenzug versucht die SVP, den Sprung von keinem auf zwei Sitze zu schaffen. «Vor vier Jahren sind wir eher durch Zufall nicht im Stadtrat vertreten gewesen», erläutert Wendelin Stäuble. Und spricht damit die Tatsache an, dass er damals zwar das absolute Mehr erreicht hatte, jedoch als überzähliger Kandidat dennoch nicht gewählt wurde. «Wir denken, dass zwei SVP-Sitze realistisch sind und es ist unser Ziel, künftig zwei Vertreter im Stadtrat zu haben.» Dafür stelle die SVP zwei valable Kandidaten.

Die FDP ihrerseits möchte ihren Sitz verteidigen, wie René Leuenberger ausführte. «Dafür schlagen wir in unseren Augen einen valablen und guten Kandidaten vor.»

Auffallend ist, dass sich unter den Kandidaten keine Kandidatin befindet. «Schade» sei dies, betonen die Parteivertreter unisono, «wir hätten sehr gerne eine Frau als Kandidatin präsentiert.» Die angefragten Frauen hätten aber alle – ebenso wie zahlreiche Männer – abgesagt. «Es müssen eben viele Parameter stimmen, damit eine Kandidatur infrage kommt», erläutert Christian Winter.

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