Fricktal
Das Repol-Jahr 2013: Weniger Littering, mehr häusliche Gewalt

Die Regionalpolizei Unteres Fricktal spricht von einem insgesamt «guten» Jahr 2013. Die häusliche Gewalt hat aber stark zugenommen. Die Verantwortlichen wollen noch nicht von einem Trend sprechen, sondern die Entwicklung beobachten.

Nadine Böni
Drucken
Teilen
Stadtrat Walter Jucker (links) und Repol-Chef Hansueli Loosli zogen eine positive Bilanz über das Polizeijahr 2013.

Stadtrat Walter Jucker (links) und Repol-Chef Hansueli Loosli zogen eine positive Bilanz über das Polizeijahr 2013.

Nadine Böni

Das Wort «gut» – Hansueli Loosli, Chef der Regionalpolizei Unteres Fricktal (Repol) sagt es oft an diesem Nachmittag, an dem er vor den Medien seine Bilanz über das Jahr 2013 zieht. «Die meisten Jahresziele wurden erreicht», sagt Loosli. Ein einziger Punkt wurde verfehlt: Die Einführung des neuen Parkierungsreglements verzögert sich aufgrund einer Einsprache noch immer.

Präsenz deutlich ausgebaut

Ansonsten weiss Loosli vornehmlich Positives zu berichten. So konnte die uniformierte Präsenz massiv ausgebaut werden, sodass die angestrebten 30 Prozent der Nettoarbeitszeit deutlich erreicht werden. An Daten mit erhöhtem Gefährdungspotenzial – etwa Wochenenden oder Festdaten – konnte die Patrouillentätigkeit erhöht werden. Und es seien weniger Reklamationen wegen Lärm, Littering und Sachbeschädigungen eingegangen, sagt Loosli.

Der Polizeichef führt dies auf verschiedene Gründe zurück. Einerseits die höhere Präsenz der Polizei, andererseits hätten sich aber auch die zusätzlichen grossen Abfallkübel in Rheinfelden sowie die Patrouillen einer Sicherheitsfirma bewährt. «Hinzu kam das polizeifreundlich schlechte Wetter bis fast Ende Juni», sagt Loosli.

Überhaupt kommt er zum Schluss, dass die Rheinfelder Jugendlichen «eigentlich brav» seien. Wirkliche Hotspots wie früher das Liebrüti-Quartier oder das Rheinufer in Stein gebe es zurzeit nicht mehr. Trotzdem legt die Polizei ein besonderes Augenmerk auf die Grünflächen im Zähringer-Städtli.

Bedenkliche Entwicklung

Zu denken gibt Loosli hingegen ein Punkt: Tauchte das Delikt «häusliche Gewalt» 2012 noch rund 30 Mal im Jahresbericht der Repol auf, so hat sich diese Zahl im vergangenen Jahr beinahe verdoppelt. Von einer Zunahme von 90 Prozent spricht Loosli. «Das stimmt mich nachdenklich», so der Polizeichef. Und der neue «Polizeiminister» Walter Jucker sagt: «Das ist sicher kein Ruhmesblatt für die Gesellschaft.»

Von einem Trend wollen aber weder Loosli noch Jucker reden, dafür sei es noch zu früh. «Wir müssen noch ein bis zwei Jahre abwarten und die Entwicklung beobachten», sagt Jucker. Erfreulicher präsentiert sich schliesslich die Rechnung der Regionalpolizei.

Der Nettoaufwand bewegt sich mit rund 1 066 667 Franken leicht unter dem Voranschlag. Der Ertrag ist gegenüber dem Vorjahr (966 693 Franken) leicht auf 1 122 541 Franken gestiegen. Auch, weil mit der mobilen Radaranlage ein zusätzliches Hilfsmittel im Einsatz steht und der Personalvollbestand zu zusätzlichen Busseinnahmen führte.

Umzug im Herbst 2015

Ob der positiven Bilanz verwundert es nicht, dass sowohl Loosli als auch Jucker sich ein 2014 wünschen, das sich nicht allzu sehr vom 2013 unterscheidet. «Wir wollen die Standards weiter gut erfüllen», sagt Jucker. Im Fokus steht die Planung des neuen Polizeipostens im Gebäude der künftigen Staatsanwaltschaft. Der Umzug ist für Herbst 2015 vorgesehen.

In Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und den Gemeinden will man zudem Unfallschwerpunkte definieren und dort vermehrt Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Weiter gelte es, die gute Zusammenarbeit mit der Repol Oberes Fricktal und der Kantonspolizei weiterzuführen.

Aktuelle Nachrichten