Auf der Bühne spitzt sich die Lage zu. Es geht um Geld, einen Mord und um Beziehungen. Schauplatz: ein gemütliches Wohnzimmer. Was in diesem nicht fehlen darf, sind acht grundverschiedene, etwas verrückte Menschen, die im Haus – auf der Bühne – ein und aus gehen. Eine explosive Mischung, das ist bereits nach fünf Minuten Theaterprobe deutlich klar. Es geht rund in der Sissler Turnhalle. «Noch nicht ganz so rund wie hoffentlich an der Premiere diesen Samstag», lacht die Regieleiterin des Theatervereins Spielleute Sisseln, Nicole Grossmann. Dann wolle man das Publikum aus den Socken hauen. Das Schauspielerteam sei auf dem besten Weg dazu.

Proben, proben, proben

«Vier Tage vor dem grossen Auftritt sitzt noch immer nicht alles. Die Vereinsmitglieder sind nebenbei berufstätig, wir haben erst kürzlich auf ein Theaterstück im Zwei-Jahresrhythmus statt im Ein-Jahresrhythmus umgestellt», so Grossmann. Was noch nicht ganz sitzt bei den Proben, das fällt einem Laien nicht weiter auf: Die Brille wird nicht wieder aufgesetzt, eine Bluse wird auf dem Sofa vergessen, ein Satz übersprungen. Aber auch an solche Kleinigkeiten müssen die Schauspieler denken: Noch zwei grosse Proben bis zum Auftritt. Fleissig werden Szenen wiederholt, Sätze nochmals gesprochen.

Ein verrücktes Haus

Das Stück spielt in einem Haus, in dem Edi, Hausbesitzer und Hauptfigur, die vielen Besucher unfreiwillig empfängt: Seine wirre Nachbarin, seine Verlobte, seine Affäre, deren Mann, dessen Freundin, und den Kriminalpolizisten. Und das alles auf einmal. Eine Menge Geld, ein Mord und weitere Heimlichkeiten haben die sieben Bekannten an den Schauplatz verschlagen.

Den Höhepunkt erlebt das Stück als mit einem reichen Vater die letzte Figur auf die Bühne tritt, denn ganz so glaubwürdig wirkt der in seiner Vaterrolle nicht. Neben Beziehungsanalysen, die nebenbei mit zynischen Kommentaren gemacht werden, fehlt es nicht an Humor, «typisch Frauen» ist ein häufiger Satz. «Viele Wendungen, etwas zum Denken aber hauptsächlich viel zum Lachen. Wir wollen die Leute unterhalten, sie in unseren Bann ziehen», sagt die Regieleiterin.

Für das Theaterstück hat der Verein einen externen Schauspieler aus Aarau angefragt. Dieser spielt den reichen Vater. «Die Rolle muss den Schauspielern liegen, das ist bei unserem Verein manchmal schwierig, weil nur 17 Vereinsmitglieder aller Altersstufen aktiv sind», sagt Grossmann zu der Rollenverteilung.

«Nicht nur die Schauspieler unseres Vereines wechseln regelmässig bei den Auftritten, auch unser Programm ist abwechslungsreich. Es soll für jeden was dabei sein.» Dementsprechend hat die Turnhalle 288 reservierbare Sitzplätze. Theater-Bar, Tombola und Festwirtschaft fehlen an den Abenden nicht.

«Das Stück ist für Zuschauer nicht durchschaubar, die Spannung bleibt bis zuletzt. Für uns Schauspieler sind es aber eher einfache Rollen. Zumal sich das Stück vor allem um die beiden Hauptpersonen Mimi und Edi dreht», sagt Schauspielerin und Vereinspräsidentin Marion Schmid.

Dementsprechend sei es auch die Herausforderung des Stückes, dass die anderen Figuren nicht untergehen. Schmid ist seit über 20 im Verein dabei: «Ich freue mich auf drei, hoffentlich erfolgreiche Theaterabende.»

Die Vorstellungen von Mimis Krimi finden diesen Samstag, 5. November, sowie am Freitag, 11. und am Samstag, 12. November, jeweils um 20 Uhr in der Turnhalle Sisseln statt.