Zwischenmenschlichkeit, Liebe, Verständnis und Unverständnis oder «wenn alle nur das Beste wollen und meistens etwas anderes herauskommt.» So beschreibt Eeva Szeszak, Regisseurin und Autorin des Skripts von «Liebe und andere Missverständnisse» das neue Stück der jungen Theaterwerkstatt Rheinfelden. Die siebenköpfige Theatergruppe mit Schauspielerinnen und Schauspielern aus Rheinfelden und der Umgebung zeigt das Stück heute Abend im Rheinfelder Jugendzentrum.

«Liebe und andere Missverständnisse» ist eine rund halbstündige Kollektion verschiedener kleiner Szenen. «Shortcuts» nennt Eeva Szeszak witzige Schnipsel, die mitten aus dem Leben gegriffen sind, so wie das ganze Stück. Die Idee dazu kam während einer Probe. «Jemand hatte eine Gratiszeitung dabei und ich begann zufälligerweise, die Fragen einer Hilfesuchenden an einen Sexualtherapeuten zu lesen», erinnert sich Szeszak. «Die Gruppe fand das lustig, also haben wir daraus einige Kernaussagen genommen und Szenen dazu improvisiert.»

Einige Aussagen kommen auch noch im fertigen Stück vor. Ein besonderes Augenmerk legt Eeva Szeszak darauf, wie etwas gesagt wird. Als Beispiel dafür nennt die Regisseurin eine Szene im Stück: Zweimal wird der exakt gleiche Text von den gleichen Schauspielern wiedergegeben. Einmal in vertauschten Rollen und mit anderer Intonation. «Das ist doch einer der Hauptstolpersteine in der heutigen Gesellschaft: Die Sachen, die man einander sagt, sind nicht so wesentlich. Wesentlich ist, wie man es sagt», erklärt Szeszak.

Diese Botschaft möchte sie ihrer Theatergruppe mitgeben: «Das Theater hat sicherlich einen therapeutische Wert. Die Jugendlichen sollen das im Alltag nutzen können.» Ob mit den Eltern, unter Freunden oder in der Schule, «es gibt immer Sachen, die schräg laufen und zu Missverständnissen führen», glaubt Szeszak. Wichtig sei es da, dass die Jungen fähig sind, das zu reflektieren und sich in Selbstdisziplin zu üben.

Mit der Themenwahl folgt Eeva Szeszak einer kleinen Tradition. «Wir halten gerne unsere Zeigefinder auf etwas, das die Leute beschäftigt», erklärt sie. Das dürfe durchaus etwas kritisch sein. So sei Sozialkompetenz heute in aller Munde. «Aber wie viel Selbstdisziplin bekommen die Erwachsenen in dieser Beziehung hin?», fragt Szeszak.

«Liebe und andere Missverständnisse» wird am Freitag sowie am Samstag, 20. November, und am Freitag, 26. November, jeweils um 20 Uhr und um
21 Uhr im Rheinfelder Jugendzentrum gezeigt.